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MT Melsungen gegen das Team vom anderen Stern

Kassel/Melsungen. Gegen den noch ungeschlagenen Tabellenführer anzutreten, noch dazu vor eigenem Publikum – das gehört zweifellos in die Kategorie “Besondere Momente” im Laufe einer Saison. Vor diesem Ereignis steht am Mittwoch die MT Melsungen. Am 25. Spieltag der TOYOTA Handball-Bundesliga gibt der THW Kiel seine Visitenkarte in Kassel ab. Das Spiel in der Rothenbach-Halle wird um 20.15 Uhr angepfiffen. Unmittelbar vorher bringt “The Voice of Germany”-Sängerin Katja Friedenberg die Fans mit einem Liveauftritt in Stimmung. Tickets gibt es noch an der ab 18.30 Uhr geöffneten Hallenkasse.

„Wir stehen vor dem leichtesten Heimspiel der Saison“, frohlockt Trainer Michael Roth. Denn er weiß natürlich, dass selbst an Tagen, an denen es beim Tabellenführer nicht so gut läuft, die Wahrscheinlichkeit ihn zu schlagen, nahezu bei Null liegt. Und man sich deshalb keinerlei Illusionen zu machen braucht. “Aber”, so Roth, “irgendwann reisst auch die schönste Serie. Und wieso sollten wir nicht diejenigen sein, die die Übermannschaft ins Stolpern bringen?”.

Mit den zwei doppelten Punktgewinnen gegen die direkten Konkurrenten Balingen und Bergischer HC hat sich die MT etwaiger Abstiegssorgen nahezu entledigt und nimmt jetzt sogar wieder ihr Saisonziel “Rang 10” fest ins Visier. Genau dort sind Vuckovic & Co. derzeit nämlich platziert, bei nur einem Zähler Rückstand auf den Neunten TuS N-Lübbecke. Und nun geht es gegen die Übermannschaft, die Außergalaktischen, das Team vom anderen Stern.

Dabei hofft der MT-Coach auch auf das Mitwirken von Patrik Fahlgren. Der Spielmacher könnte rund 13 Wochen nach seinem Unterarmbruch den ersten Wettkampfeinsatz haben. Zuletzt, gegen den Bergischen HC, stand der Schwede zumindest schon mal im Aufgebot. Die beiden anderen Rekonvaleszenten, Michael Allendorf (Bänderanriss) und Anton Mansson (Knieprobleme), sind hingegen noch nicht fit. Ansonsten sind natürlich alle „heiß“ darauf, sich mit dem stärksten Vertreter ihrer Zunft zu messen. Um zumindest eine Zeitlang mithalten zu können, muss die vermeintlich eingespielteste Formation besonders gut funktionieren. Das war die MT zuletzt in der Regel in der Besetzung mit Sanikis, Vuckovic und Vasilakis im Rückraum, Karipidis und Zufelde auf Außen, am Kreis Danner und im Tor Sandström. Aber Michael Roth fordert auch von allen anderen, sich stets für den Einsatz bereit zu halten. Zumal er gegen Kiel – wenn überhaupt – nur im taktischen Bereich Möglichkeiten sieht, den Gegner hin und wieder zu überraschen. Und da könnten die Akteure, die jeweils von der Bank kommen, eine ernste Rolle spielen.

Über die Betitelung mit Superlativen braucht sich der THW Kiel wahrlich nicht zu beklagen. Die “Zebras” haben seit knapp einem Jahr kein Spiel mehr verloren – vom Vorbereitungs- bis zum Championsleaguespiel. Das weckt bei jedem Gegner allergrößten Respekt, bei einigen Ehrfurcht, bei anderen vielleicht sogar Angst. Auf alle Fälle werden sich die meisten der Kieler Kontrahenten vor dem Kräftemessen sagen “Heute haben wir aber auch gar nichts zu verlieren”. So auch die MT Melsungen. Gleichwohl passiert auch in Spielen in der höchsten Liga bisweilen Unerklärliches. Etwa, wenn der klare Underdog den haushohen Favoriten in Bedrängnis bringt. So geschehen in Kiel, als die MT im Hinspiel vor 10.000 Zuschauern in der Sparkassen-Arena sensationell nach 30 Minuten beim 14:14 auf Augenhöhe mit dem THW lag und ihm auch noch weitere 20 Minuten im zweiten Durchgang das Leben bis zum 22:19 ziemlich schwer machte. “Das ist natürlich schon ein paar Tage her”, so Roth, “der THW ist inzwischen gefestigter denn je und eigentlich nicht mehr aus dem Rhythmus zu bringen”.

Roths Einschätzung wird durch den Blick auf die derzeitige Lage beim THW untermauert: Die Nordlichter liegen nach 24 Spieltagen in der Bundesligatabelle mit 48:0 Punkten unangefochten auf Platz 1. Es gibt keinen ernstzunehmenden Konkurrenten mehr. Mit dem sehr wahrscheinlichen Meistertitel und den möglichen Erfolgen im DHB-Pokal und in der Championsleague kann der THW das „Triple“ aus der erfolgreichen Saison 2006/2007 wiederholen. Denn im heimischen Cupwettbewerb ist Kiel bereits fürs Final Four qualifiziert und in der Königsklasse wurde mit dem Sieg am Sonntag gegen Polens Vertreter Wisla Plock im Spaziergang das Viertelfinale erreicht. Handballer von Weltruf, wie Thierry Omeyer, Filip Jicha, Daniel Narcisse, Momir Ilic oder Kim Andersson sind die Top-Stars in der von Trainer Alfred Gislason geführten Zebraherde. Im Verbund mit den Genannten sorgen Spieler wie Aron Palmarsson, Christian Zeitz, Dominik Klein oder auch Christian Sprenger, die allesamt eine erstaunliche Entwicklung in diesem Club genommen haben, für das beeindruckende Niveau des THW Kiel.

Ein kleines Zahlenbeispiel verdeutlich den Erfahrungsunterschied zwischen dem THW Kiel und einer Mannschaft wie der MT Melsungen: Die Kieler Recken, allesamt Nationalspieler, bringen es zusammen auf eine Länderspielbilanz von rund 1.600 Einsätzen, die MT-Cracks hingegen können in Summe gerade mal die Hälfte vorweisen. Mut macht den Seinen vor dem ungleichen Duell Per Sandström. Er hat mit seinen früheren Clubs Sävehof und Hamburg den THW  schon geschlagen. Der MT-Keeper bildet damit die Ausnahme im Kreise seiner Mitspieler. Zumindest gibt es also einen, der weiß, wie es sich anfühlt, gegen eine Übermannschaft zu gewinnen. Und folgerichtig sagt Sandström: “Eine Chance hat man gegen jeden Gegner. Wir müssen einfach nur alles richtig machen”.

Tüchtige Rückenstärkung sollte dem einzigen Nordhessenvertreter in der “stärksten Handball-Liga der Welt” am Mittwoch auch die heimische Kulisse bieten. Die MT rechnet zu diesem Spiel mit einem Zuschauersaisonrekord. Es ist anhand des guten Vorverkaufs sehr wahrscheinlich, dass die magische Viertausender-Marke geknackt wird. Dennoch wird es an der ab 18.30 Uhr geöffneten Hallenkasse noch Restkartenkontingente geben. Dabei wird den Fans neben dem Spiel ein zusätzlicher Besuchsanreiz geboten: Mit Katja Friedenberg tritt die nach ihrem guten Abschneiden bei der  SAT1/ProSieben Casting-Show „The Voice of Germany“einem Millionenpublikum bekannte Sängerin auf. Die Kasselerin freut sich auf Ihre Bundesligapremiere: „Ich habe vor ein paar Jahren mal beim Handball in der Rothenbach-Halle zugeschaut und eine tolle Atmosphäre erlebt. Jetzt freue ich mich sehr darauf, vor diesem begeisterungsfähigen Publikum aufzutreten“, verrät die Sängerin. Das Geheimnis um ihren Live-Act hat sie inzwischen gelüftet: Sie wird den Titel “Mercy” der englischen Popkünstlerin “Duffy” interpretieren. (Bernd Kaiser)

Schiedsrichter in Kassel:
Lars Schaller (Leipzig) / Sebastian Wutzler (Frankenberg, Sachsen); DHB-Spielaufsicht: Thorsten Zacharias.



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