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Unternehmer konnten Ausbildungsplätze erfolgreich besetzen

Online-Ausbildungsumfrage der IHK: Neuer Höchstwert seit 2007

Kassel. Potenzielle Auszubildende haben weiterhin gute Chancen auf Ausbildungsplätze, die Unternehmen setzen mit diversen Maßnahmen auf die Fachkräftesicherung und haben dabei besonders das Ausbildungsmarketing intensiviert: Das sind wichtige Ergebnisse der Online-Ausbildungsumfrage 2012 der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel. 118 Unternehmer aus Nordhessen und dem Altkreis Marburg beantworteten die Fragen (Vorjahr: 113). „Konstanten für den Ausbildungsmarkt im IHK-Bezirk sind mittlerweile alle Branchen und Beschäftigtengrößenklassen“, berichtet Jürgen Peters, Geschäftsführer des Bereichs Aus- und Weiterbildung bei der IHK. Die Online-Ausbildungsumfrage hat sich als wichtiges Stimmungsbarometer des aktuellen Ausbildungsmarktes etabliert.    

83 Prozent der Befragten konnten die von ihnen angebotenen Ausbildungsplätze besetzen – der höchste Umfragewert seit 2007. 37,5 Prozent registrierten noch keine rückläufigen Bewerberzahlen (Vorjahr: 41,9 Prozent). Nur 17 Prozent mussten Ausbildungsplätze unbesetzt lassen. Im Vorjahr lag der Wert bei über einem Drittel. „Damit konnten gegenüber 2011 und entgegen prognostizierter Trends im IHK-Bezirk wieder deutlich mehr Ausbildungsplätze besetzt werden“, sagt Peters. „Als Trendaussage muss man allerdings auch festhalten, dass gerade im Gastgewerbe 50 Prozent der angebotenen Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben sind.“ Auszubildende übernehmen, um den firmeninternen Fachkräftebedarf zu sichern: Das geben 83,3 Prozent der Unternehmen als Handlungsmotiv an (Vorjahr: 81 Prozent).

Die Befragten setzen einen Mix verschiedener Maßnahmen ein, um Auszubildende zu gewinnen. 30,8 Prozent setzen auf ein verbessertes Ausbildungsmarketing. Im Vorjahr hatte das Instrument einen geringeren Stellenwert (21,5 Prozent). Darunter lassen sich Aktivitäten im Internet fassen, insbesondere Stellenanzeigen, Direktwerbung in Schulen sowie Anzeigen in den regionalen Printmedien. „Ausbildungsmessen haben eine besondere Bedeutung gewonnen“, schildert Peters weitere Ergebnisse. „Regional gehen Unternehmer vermehrt dazu über, Werbung in Kinos zu schalten, in Straßenbahnen zu werben sowie die Berufswahlbüros der IHK Kassel zu nutzen.“ Einen unverändert hohen Einschaltungsgrad habe die Agentur für Arbeit.

Ebenso im Fokus als potenzielle Auszubildende stehen Studienabbrecher. 13,5 Prozent der Unternehmen interessieren sich für diese Zielgruppe (Vorjahr: 11,8 Prozent). Noch höher im Kurs stehen Kooperationen mit Schulen (39,4 Prozent; Vorjahr: 36,6 Prozent) und Angebote für Praktika (31,7 Prozent; Vorjahr: 31,2 Prozent). „Noch keine Bedeutung hat die Suche nach Auszubildenden im Ausland“, erklärt der IHK-Geschäftsführer.

Ausbildungshemmnisse, die sich auf die Betriebe auswirken, identifizieren immer weniger Unternehmen. Gab es 2011 nahezu eine Patt-Situation (Ja: 47,6 Prozent; Nein: 52,4 Prozent), haben 2012 nur noch 41,7 Prozent der Befragten Ausbildungshemmnisse festgestellt. Wenn es Kritik gibt, manifestiert sie sich primär an der mangelnden Ausbildungsreife (66 Prozent; Vorjahr: 70 Prozent). Insbesondere verorten die Befragten Mängel bei den elementaren Rechenfähigkeiten, dem schriftlichen und mündlichen Ausdrucksvermögen sowie der Leistungsbereitschaft und Motivation. Betriebe reagieren unter anderem durch betriebliche Nachhilfeangebote. „Gegenüber dem Vorjahr ist eine deutliche Steigerung der Bereitschaft zur Einstellung Lernschwächerer als Auszubildende festzustellen“, ergänzt Peters.

Zudem monieren Unternehmer, dass viele Schulabgänger zu unklare Berufsvorstellungen haben (44,7 Prozent; Vorjahr: 38 Prozent). Peters: „Trotz vieler Bemühungen ist das Thema Berufsorientierung ganz offensichtlich weiterhin ein Problemfeld und nicht überall angekommen.“ Um dieses Problem zu meistern und den Schülern Informationen von Berufspraktikern aus erster Hand zur Verfügung zu stellen, hatte das regionale Parlament der Wirtschaft, die IHK-Vollversammlung, beschlossen, die IHK-Initiative zur Verbesserung der Ausbildungsreife und Vertiefung der Berufsorientierung ins Leben zu rufen und zu finanzieren. Das Leitprojekt bilden Berufswahlbüros in Schulen in Nordhessen und dem Altkreis Marburg, die von Schülern, Unternehmern, Wirtschaftsverbänden und Arbeitsagenturen genutzt werden können.

Darüber hinaus hat Fachkräftesicherung durch Weiterbildung weiterhin eine hohe Priorität für Unternehmen. 97,3 Prozent planen ein gleichbleibendes beziehungsweise stärkeres Engagement in der Weiterbildung. Im Vergleich zum Vorjahr gab es kaum eine Veränderung bei den Prozentwerten.

Die vollständige IHK-Online-Ausbildungsumfrage 2012 findet man unter www.ihk-kassel.de im Bereich „Aus- und Weiterbildung“ im Newsticker. (red)



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