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Zu wenig altersgerechte Arbeitsplätze: IG Metall befürchtet als Folge erhöhte Altersarmut

Kassel. Die IG Metall Nordhessen fordert von Arbeitgebern und Politik mehr altersgerechte Arbeitsplätze und flexible Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Arbeitsleben. Bisher gibt es nach einer aktuellen Befragung der Gewerkschaft in der nordhessischen Metall- und Elektroindustrie zu wenig Arbeitsplätze, die für Menschen über 60 ausgelegt sind und deren gesundheitliche Bedürfnisse berücksichtigen. „Wir befürchten, dass dieser Mangel an altersgerechten Arbeitsplätzen dazu führen wird, dass immer mehr Kolleginnen und Kollegen früher aus dem Berufsleben ausscheiden, dafür massive Rentenkürzungen hinnehmen müssen und letztendlich in die Altersarmut geraten“, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Oliver Dietzel, am Montag in Kassel. „Die Beschäftigten brauchen Arbeitsplätze, die Älteren ermöglichen, gesund bis zur Rente zu arbeiten, und zu fairen Bedingungen aus dem Erwerbsleben auszusteigen“, sagte er.

Kampagne gestartet: „Gute Arbeit – gut in Rente“
Dafür will die IG Metall im Rahmen der Kampagne „Gute Arbeit – gut in Rente“ werben. „Mit vielfältigen Aktionen werden Belegschaften in der Woche vom 5. bis 9. November der Forderung nach einer altersgerechten Arbeitsgestaltung und einer demografiesensiblen Personalpolitik Nachdruck verleihen“, kündigte Dietzel an. Aktionen gibt es unter anderem bei Volkswagen in Baunatal, Mercedes Benz in Kassel und Continental in Bebra.

Umfrage: Altersgerechte Arbeitsplätze fehlen in Nordhessen
Eine aktuelle Befragung unter nordhessischen Betriebsräten der Metall- und Elektroindustrie belegt, dass Unternehmen kaum Rücksicht auf die Bedürfnisse alternder Belegschaften nehmen. Im Organisationsbereich der IG Metall Nordhessen sind aktuell lediglich 2,6 Prozent der Beschäftigten über 60 Jahre und nur 0,6 Prozent der Beschäftigten über 63 Jahre alt. Nur in 31 Prozent der Betriebe sind nach Einschätzung der Betriebsräte altersgerechte Arbeitsplätze vorhanden. „Unter diesen Bedingungen ist es kein Wunder, dass die Zahl der Beschäftigten aus rentennahen Jahrgängen in den Betrieben äußerst gering ist“, sagte Oliver Dietzel.

Rente mit 67 „eine der größten Fehlentscheidungen“Unter solchen Bedingungen auf der Rente ab 67 zu beharren oder öffentlich über weitere Anhebungen der Regelaltersgrenzen zu spekulieren, sei verantwortungslos, sagte der Gewerkschafter. „Die Politik darf die betriebliche Realität in der Debatte um die Rente mit 67 nicht weiter ignorieren. Das ist sie den Beschäftigten schuldig und daran misst sich auch die Glaubwürdigkeit der Parteien vor allem mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl“, sagte Dietzel. Die Rente mit 67 bleibe eine der größten Fehlentscheidungen der Politik. (red)



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