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Die MT auf Fuchsjagd – Was geht gegen Berlin?

per-sandstroem130326Melsungen. Der 26. Spieltag der DKB Handballbundesliga hat es aus Sicht der MT Melsungen in sich. Nicht nur das eigene Spiel betreffend, sondern auch weitere Paarungen, die unmittelbaren Einfluss auf die Position der Nordhessen in der Tabelle haben werden. Zuallererst konzentriert sich die Mannschaft von Trainer Michael Roth natürlich auf ihr Spiel gegen die Füchse Berlin. Anwurf in der Kasseler Rothenbach-Halle ist am Mittwoch, 27. März, um 20.15 Uhr. Es gibt noch Karten im Vorverkauf und am Spieltag an der Hallenkasse.

Die MT Melsungen bläst am Mittwoch zur “Fuchsjagd” in der Rothenbach-Halle. “Hoffentlich”, so werden Spieler, Verantwortliche und Fans der Rotweißen angesichts der nun schon seit Wochen währenden sportlichen Talfahrt denken. Denn angesichts der rapiden Abwärtsbewegung, die jeweils nur kurz durch die Pokal-Qualifikation und den Punktgewinn gegen Flensburg unterbrochen war, darf man gespannt sein, ob es ausgerechnet gegen eine Spitzenmannschaft gelingt, das Ruder herum zu reißen.

Der Wille ist da, aber gelingt auch die Umsetzung?
Das Ruder herumreißen wollte die MT ja schon am Samstag in Gummersbach. Das aber misslang – wenn auch sehr knapp. Mit 25:26 unterlag sie nach engagiert geführtem Spiel erst in der Schlussminute. Nur 60 Sekunden trennten die Rotweißen vom verdienten Remis, vielleicht sogar von einem Sieg. “Aber wie heißt es so schön: Wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech hinzu”, fasst Michael Roth die Partie zusammen. Der MT-Coach lobte den Einsatzwillen und das kämpferische Moment, haderte aber damit, dass in entscheidenden Situationen einigen seiner Schützlinge Fehler unterlaufen sind, die dann letztlich genau zu diesem Ergebnis geführt haben. “Aber wir haben am Mittwoch gegen Berlin einen neue Gelegenheit zu zeigen, dass wir es besser können”, so Roth.

Bekommt die MT den Frust der Füchse zu spüren?
Die Ausgangssituation – zumindest auf dem Papier – spricht indes eher für den Gast aus der Bundeshauptstadt. Berlin liegt in der Bundesligatabelle derzeit mit vier Minuspunkten Abstand hinter den Rhein-Neckar Löwen und Flensburg/ Handewitt auf Platz vier. Und in der Championsleague wurde am Sonntagabend zuhause gegen Madrid nach einer starken Vorstellung denkbar knapp mit 26:27 der Einzug ins Viertelfinale verpasst. Das bedeutet, die MT muss heute zusätzlich damit rechnen, den Frust der Füchse aus dieser Niederlage abzubekommen.

Ob die Hauptstädter in diesem kraftraubenden Spiel Substanz eingebüßt haben und damit der MT leistungsmäßig etwas “entgegen kommen”, wird sich zeigen. Wobei solch erfahrene Akteure wie Romero, Igropulo, Jaszka, Stochl und Nincevic oder die deutschen Nationalspieler Heinevetter, Christophersen, Pevnov und der künftige MT-Linksaußen Sellin ihre Kräfte sicher gut einzuteilen wissen. Auf jeden Fall kommt am Mittwoch ein mächtiges Kaliber auf die MT Melsungen zu – was vielleicht sogar von psychologischem Vorteil sein kann. Denn als Team, dem Fortuna den Rücken gekehrt zu haben scheint, hat man gegen einen solch starken Kontrahenten, der inzwischen zu den besten Handballclubs in Europa gehört, eigentlich nichts zu verlieren.

Die Verunsicherung ist nicht zu leugnen
Gänzlich unbelastet aufzuspielen ist der MT aber selbst in dieser Außenseiterrolle nicht möglich. Denn in Anbetracht der glücklosen Auftritte in den letzten Wochen ist es nicht einfach, die eingetretene Verunsicherung abzuschütteln. “Das war in einigen Situationen ja teilweise auch in Gummersbach zu sehen: Man spielt gehemmter, wirft z.B. keine schnellen Pässe nach vorne wenn man weiß, dass es unbedingt klappen soll. Sicherheit und Zutrauen sind eben nicht in dem erforderlichen Maße vorhanden gewesen” blickt Linksaußen Christian Zufelde auf das Spiel beim Traditionsclub zurück.

Wie also nun rauskommen aus dem Dilemma?
Per Sandström, einer erfahrensten Akteure im MT-Team und in seiner langen Karriere schon desöfteren mit solchen “Durchhängern” seiner jeweiligen Clubs konfrontiert, hat nur ein Rezept parat: “Einfach nur nach vorne schauen”, empfiehlt der 32jährige. “Man muss in Ruhe weiterarbeiten, darf nicht die Nerven verlieren. Was gewesen ist, lässt sich ohnehin nicht mehr ändern”, so der Keeper. Sein schwedischer Landsmann pflichtet ihm bei: “Das hat viel mit dem Kopf zu tun”, weiß Patrik Fahlgren. “Das Erfolgsgeheimnis im Spitzensport, was eigentliche keines ist: Misserfolge muss man schnell abhaken und bis zum nächsten Spiel einfach ausgeblendet haben”, bringt es der Regisseur auf den Punkt. Mit fünf Feldtoren war er in Gummersbach noch einer der Durchlagskräftigeren, wenn gleich ihm in der Schlussphase auch zweimal das Pech an den Händen klebte.

Vor dem Kräftemessen mit den favorisierten Berlinern ist Fahlgren aber dennoch nicht bange. Denn so schnell er Negativerlebnisse ausblenden kann, so gut erinnert er sich an Erfolge und Teilerfolge: “In den beiden letzten Spielen gegen die Füchse, darunter sogar in Berlin, haben wir jeweils einen Punkt geholt. Obwohl wir auch in den Spielen jeweils Außenseiter waren”. Oder vielleicht gerade deshalb? Wenn sich also Geschichte wiederholt …

Zuversicht einerseits – personelle Probleme andererseits
Die zweifellos vorhandene Zuversicht beim Tabellenelften wird nicht gerade unterstützt durch die aktuelle Personalsituation. Schlimmstenfalls wird es am Mittwoch ein “Spiel ohne Vier”. Unklar ist das Mitwirken von Savas Karipidis und Felix Danner, der jüngst übrigens in die Deutsche B-Nationalmannschaft berufen wurde. Beide kamen lädiert vom Match aus Gummersbach zurück. Der Rechtsaußen mit einer Fingerverletzung, der Kreisläufer mit Schulterproblemen. Weshalb bei Felix Danger auch erst die Diagnose aus der Kernspin-Untersuchung und die Empfehlung des Arztes abgewartet werden müssen. Auch Grigorios Sanikis ist weiterhin angeschlagen und wird deshalb wohl nicht einsatzfähig sein. Gleiches gilt leider auch für Alexandros Vasilakis.

Schiedsrichter: Lars Geipel (Leipzig) / Marcus Helbig (Landsberg); DHB-Aufsicht: Thorsten Zacharias.

Tickets: Bis Dienstagmittag waren bereits mehr als 3.000 der 4.300 möglichen Karten der Rothenbach-Halle verkauft. Definitiv wird es aber auch für Kurzentschlossene am Mittwoch an der ab 18.45 Uhr geöffneten Hallenkasse noch Tickets geben. (Bernd Kaiser) 



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