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MT gegen Rhein-Neckar Löwen knapp an Überraschung vorbeigeschrammt

melsungen141116Kassel/Melsungen. Die MT Melsungen hat dem hohen Favoriten und Anwärter auf die Meisterschaft, den Rhein-Neckar Löwen, vor fast ausverkauften Rängen in der Kasseler Rothenbach-Halle einen großen Kampf geliefert. Und dabei vor allen in der ersten Hälfte eine begeisternde Vorstellung gegeben. Dennoch stand am Ende ein 28:31 (18:14) auf der Anzeigetafel, das die Nordhessen einmal mehr mit leeren Händen dastehen ließ. Ausschlag gebend waren vor allem der Start in die zweite Hälfte (0:3), sowie eine Flaute zwischen der 37. Und 45. Minute (0:6). Nur kurze Schwächephasen in einem ganz starken Spiel zwar, die aber letztlich über den Ausgang entschieden. Bester MT-Schütze war Michael Allendorf (9/2 Tore), für die Löwen waren Kim Ekdahl du Rietz und Uwe Gensheimer je sieben Mal erfolgreich, der Linksaußen davon dreimal per Strafwurf.

Mit Pech startete die MT in die Partie. Denn der erste Wurfversuch von Patrik Fahlgren landete nur am Pfosten. Besser machte es sein Spielmacher-Kollege Andy Schmid auf der anderen Seite und netzte nach 100 Sekunden aus der zweiten Reihe zum 0:1 ein. Bevor der MT-Turbo dann aber kräftig zündete. Ein Traumanspiel von Michael Müller verwertete Felix Danner nach vorgeschalteter Pirouette am Kreis, bevor Mikael Appelgren mit einem weiten Abwurf Johannes Sellin auf der rechten Seite fand. Der sah sich jedoch zu weit abgedrängt, passte quer über das Feld zum mitgelaufenen Michael Allendorf, und Melsungens Torjäger hatte den vollkommen freien Kasten vor sich, um die Hausherren in Führung zu werfen. Getragen vom ohrenbetäubenden Jubel der Fans setzte der Linksaußen sofort den nächsten Tempogegenstoß in die Maschen und Patrik Fahlgren zwang mit dem 4:1 Löwen-Trainer Nicolaj Jacobsen schon nach fünfeinhalb Minuten zur Auszeit.

Ohne nennenswerten Effekt jedoch, denn die Nordhessen fegten weiter über das Parkett wie aufgezogen. Gestützt auf einen überragenden Mikael Appelgren im Tor, der ein ums andere Mal seine Extraklasse bewies, zauberten die Hausherren regelrecht und fanden dabei immer wieder Felix Danner am Kreis, gegen dessen Würfe Niklas Landin machtlos war. Bis auf 9:3 schnellte das Resultat bis zur 15. Minute hoch, bevor die Löwen endlich langsam ins Spiel fanden und den einen oder anderen Fehler im rot-weißen Angriffswirbel zu nutzen wussten. Jedoch nur über Konter und kaum aus dem gebundenen Spiel, das von Michael Allendorf als „Indianer“ der 5:1-Deckung wirkungsvoll gestört wurde. Beim Stand von 11:7 (20.) bat auch Michael Roth um ein TimeOut.

Als starker Aktivposten im Angriff erwies sich Momir Rnic, der den gesperrten Philipp Müller ausgezeichnet vertrat. Ob mit Wucht aus der zweiten Reihe, mit tückischem Aufsetzer oder, wie beim 12:7, sogar vom Kreis traf der Serbe praktisch aus allen Lagen. Dass der MT-Vorsprung dennoch langsam schmolz, lag daran, dass nun auch Landin hin und wieder eine Hand an den Ball brachte. Als er aus kürzester Distanz gegen Marino Maric erfolgreich blieb und im Gegenzug Uwe Gensheimer per Siebenmeter zum 13:11 traf (24.), waren die Gäste wieder in Schlagdistanz. Um dann doch wieder ausgebremst zu werden, als der National-Linksaußen kurz darauf die erste Strafzeit des Spiels kassierte und Fahlgren, Allendorf und Rnic bei einem Gegentreffer durch Bjarte Myrhol auf 17:13 stellten. Die nächste doppelte Glanztat von Appelgren gegen Patrick Groetzki und Myrhol vom Kreis folgte, ehe Gensheimer den Abpraller doch noch versenkte, bevor Michael Allendorf per Siebenmeter schließlich zum Halbzeitstand traf. Der verdiente Lohn waren stehende Ovationen der restlos begeisterten Fans schon beim Gang zum Pausentee.

Den weitaus besseren Start in den zweiten Durchgang erwischten die Gäste. Alexander Petersson, Andy Schmid und Uwe Gensheimer per Strafwurf schafften den Anschluss, ehe Felix Danner der erste Erfolg glückte. Landin wurde zum wichtigen Faktor und hatte nach nur sechs Minuten schon vier Paraden auf dem Konto, nachdem es in der gesamten ersten Halbzeit nur fünf gewesen waren. Wobei ihm natürlich die nun wesentlich agilere gelb-schwarze Abwehrwand half. Zehn Minuten war der zweite Durchgang alt, da hatten die Löwen die Partie gedreht und waren durch Patrick Groetzki erstmals nach dem Auftakttreffer wieder in Vorlage (21:22, 40.).

Die sofort genommene zweite Auszeit von Michael Roth fruchtete nicht. Landin parierte gegen Fahlgren, Ekdahl Du Rietz stellte auf 23:21 für seine Farben und Melsungen dezimierte sich durch eine Strafe gegen Malte Schröder selbst. Ohne weitere direkte Folgen allerdings. Dennoch hielt die Talfahrt an. Petersson komplettierte den 6:0-Lauf der Mannheimer, die damit das Spiel vom Ergebnis auf den Kopf gestellt hatten. Erst eine Strafe gegen Stefan Kneer und Treffer von Nenad Vuckovic sowie Allendorf zum 23:24 brachten die Hausherren zurück. Malte Schröder glückte zwei Minuten später der umjubelte Ausgleich (48.). Nach je einem weiteren Erfolg auf beiden Seiten zog Jacobsen sechzig Sekunden darauf die Grüne Karte.

Mit einer frischen Flügelzange ging die MT bei 26:27-Rückstand in die verbleibenden sieben Minuten. Jeffrey Boomhouwer und Christian Hildebrand ersetzten Allendorf und Sellin, konnten aber Gensheimers Gegenstoßtor zum 26:28 nicht verhindern. Auch wurden kaum mehr Lücken in der auf einen 6:0-Verbund umgestellten Löwen-Deckung gefunden. Eine davon konnte Danner immerhin zum neuerlichen Anschluss nutzen, aber die Zeit spielte inzwischen für die Gäste, die geduldig auf ihre Möglichkeiten warten konnten. Schon zweieinhalb Minuten vor dem Abpfiff erhoben sich dennoch die Fans, um trotz der sich nun abzeichnenden Niederlage ihrer Begeisterung über die starke Vorstellung beider Teams Ausdruck zu verleihen. Als Fahlgren vierzig Sekunden vor dem Ende mit seinem Versuch scheiterte und im Gegenzug Groetzki traf, war das nur noch Kosmetik. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Glückwunsch an die Löwen zum Sieg. Wir haben die erste Halbzeit überragend gespielt und alles sehr gut umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Die 5+1-Abwehr war erfolgreich und vorn im Angriff waren wir sehr variantenreich. In der Pause hatten wir uns vorgenommen, gut wieder einzusteigen. Aber Landin hat uns gleich ein paar Freie genommen und wir haben einen 0:3-Lauf bekommen. Das Spiel war trotzdem bis kurz vor Schluss auf Augenhöhe, nur haben uns am Ende etwas die Kräfte gefehlt. Trotzdem haben wir ein tolles Spiel abgeliefert. Und es gilt nun, die guten Dinge von heute zu konservieren und mitzunehmen. Bedanken möchte ich mich auch für die tolle Unterstützung der Fans. Das war klasse und hat die Mannschaft angetrieben.

Nicolaj Jacobsen: Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden und auch vor allem mit unserer zweiten Halbzeit. Uns hat zu Beginn die Spritzigkeit gefehlt und Melsungen hat uns mit ihren Eins-gegen-Eins-Situationen viele Probleme bereitet. Zudem waren wir nach dem ersten Führungstreffer zu unkonzentriert und lagen gleich mit 1:5 hinten. Nach dem Wechsel hat Landin durch die Umstellung auf eine defensivere 6:0-Deckung mehr Unterstützung bekommen. Wir sind über die dadurch gewonnenen Bälle wieder ins Spiel zurück gekommen.

Statistik

MT Melsungen: Appelgren (13 P. / 30 G.), Sandström (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.) – Maric, Sellin, Fahlgren (2), Schröder (2), Hildebrand, Danner (6), Boomhouwer, Rnic (6), Allendorf (9/2), Vuckovic (3), M. Müller

Rhein-Neckar Löwen: Landin (13 P. /28 G.), Rutschmann (n.e.) – Schmid (5), Gensheimer (7/3), Kneer, Sigurmannsson, Myrhol (2), Steinhauser, Larsen, Groetzki (5), Reinkind, Guardiola (3), Petersson (2), Ekdahl Du Rietz (7).

Schiedsrichter: Holger Fleisch (Nellingen) / Jürgen Rieber (Nürtingen)

Zeitstrafen: 4 – 4 (Schröder 40:38, Sellin 50:13 – Gensheimer 26:05, Kneer 44:30)

Strafwürfe: 2/2 – 3/3

Zuschauer: 4.135 in der Rothenbach-Halle, Kassel



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