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MT verliert trotz Kühns Elf-Tore-Gala in Flensburg

Herausragender Schütze auf Seiten der MT war Julis Kühn mit elf Toren. Foto: Alibek Käsler

Herausragender Schütze auf Seiten der MT war Julis Kühn mit elf Toren. Foto: Alibek Käsler

Flensburg/Melsungen. Der Tabellensechste MT Melsungen zog am Donnerstagabend beim Vierten SG Flensburg-Handewitt mit 29:33 den Kürzeren. In diesem Match des 21. Spieltages der DKB Handball-Bundesliga war der Gast aber keineswegs chancenlos. In der mit 6.023 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Flens-Arena heizte die MT den favorisierten Hausherren in der ersten Halbzeit mächtig ein, konnte sogar dreimal mit jeweils einem Tor in Führung gehen. Doch was im Angriff gut gelang, konnte in der Abwehr nicht bestätigt werden. Im zweiten Durchgang bekamen die Flensburger deshalb und mehr Oberwasser und gewannen am Ende verdient. Herausragende Schützen mit jeweils elf Toren waren für die MT Julius Kühn und für die SG Holger Glandorf.

Die MT begann im Angriff von links nach rechts mit Michael Allendorf, Julius Kühn, Lasse Mikkelsen, Michael Müller, Tobias Reichmann und am Kreis Felix Danner, im Tor stand Johan Sjöstrand. In der Abwehr kamen Marino Maric für Michael Müller und Philipp Müller für Julius Kühn.

Nachdem Flensburg durch Hampus Wanne und Kentin Mahé per Strafwurf ein 2:0 vorgelegt hatten entwickelte sich schnell ein Spiel auf Augenhöhe. Den ersten Treffer für die MT markierte Lasse Mikkelsen, obwohl fast bis zur Außenlinie abgedrängt. Das folgenden Tor von Holger Glandorf beantwortete erneut der MT-Regisseur zum 3:2, gespielt waren da gut fünf Minuten.

Kaum vier Minuten später war die MT beim 5:5 erstmalig gleichauf. Erst hatte Julius Kühn mustergültig Felix Danner am Kreis bedient und anschließend überlistete Tobias Reichmann von Rechtsaußen SG-Keeper Mattias Andersson. Eine Überzahl, bedingt durch eine Zweiminutenstrafe gegen Rasmus Lauge, nutze die MT zur ersten Führung – erneut war Kühn der Passgeber, diesmal auf Mikkelsen, der sich an den Kreis gestohlen hatte.

Auf diesem ausgeglichenen Niveau setze sich das Spiel bis zum Halbzeitpfiff fort. Die MT hatte auf Tore der SG jeweils im folgenden eigenen Angriff meist die passende Antwort. Auch ein zwischenzeitlicher Zwei-Türe Rückstand (10:12, 20. Minute) vermochte die Gäste nicht nervös zu machen. Es gelang zwar nicht mehr, in Führung zu gehen, andererseits gestatteten die Rotweissen den Hausherren aber auch nicht, sich mit mehr als ein bis zwei Toren abzusetzen.

Das unaufgeregte und effiziente Spiel im Angriff hätte sich insgesamt noch positiver ausgewirkt, wenn die MT diese Qualität auch in der Defensive gezeigt hätte. Die 20 Minuten lang praktizierte 5:1- Abwehrformation mit Michael Allendorf auf der Spitze, büßte nach gutem Beginn mehr und mehr an Wirksamkeit ein. Besonders Holger Glandorf hatte dadurch zu viele Freiräume. So entschied Michael Roth dann auf 6:0 umzuschalten. Und prompt verführte die MT die SG-Angreifer zum Passspiel.

So wie Flensburg Julius Kühn nicht in den Griff bekam, verhielt es sich bei der MT mit Holger Glandorf. Egal wer den beiden als Abwehrspieler gegenüber stand, er hatte kaum eine Chance gegen die Durchschlagskraft der beiden Goalgetter. Dabei hatte die MT nach 15 Minuten durch eine Umbesetzung versucht, den Linkshänder mehr in die Schranken zu weisen. Aber auch der Tausch von Marino Maric gegen Philipp Müller brachte keine entscheidende Besserung. Allerdings zeigte später der Halbzeitstand von 17:16 zugunsten der Blauweissen, dass hier längst noch nichts entschieden war.

Für den zweiten Durchgang nahmen sowohl Michael Roth als auch sein Trainer-Pendant Maik Machulla zunächst nur marginale Änderungen vor: Bei der MT kam auf Linksaußen Jeffrey Boomhouwer für den im Angriff glücklosen Michael Allendorf, während auf der anderen Seite Magnus Rød für Holger Glandorf die Abwehrarbeit verrichtete.

Die MT war gleich hellwach, Felix Danner holte einen Siebenmeter heraus, den Tobias Reichmann souverän zum 17:17-Ausgleich verwandelte. In der Folge übernahm zwar die SG wieder das Kommando, aber auch nur, weil einige MT-Bälle nicht ihr Ziel fanden. Erst nagelte Michael Müller das Spielgerät ans Lattenkreuz, wenig später scheiterte dessen Zwillingsbruder Philipp freistehend an Mattias Andersson. Zwischendurch hatte zwar auch Jeffrey Boomhouwer von Linksaussen versemmelt, aber das bügelte Felix Danner im Nachwurf aus.

Nach knapp 40 Minuten und einem Tor des immer stärker werdenden Lasse Svan hatten die Gastgeber erstmalig mit Dreien die Nase vorn (23:20). Grund genug, für Michael Roth, ein Timeout zu nehmen. “Wenn wir uns in der Abwehr nicht steigern, haben wir heute hier keine Chance!”, machte er seinen Schützlingen unmissverständlich klar, worauf es ankam. Allein deren Umsetzung auf dem Feld wollte nicht so recht gelingen. Glandorf markierte wenig später das 24:20 – Kühn netzte daraufhin zum zehnten Mal ein – 24:21 (43.).

Weil hinten Torhüter Johan Sjöstrand kaum eine Hand an den Ball bekam, beorderte der MT-Coach Backup-Keeper Mathias Lenz zwischen die Pfosten. Allerdings war auch der Blitzverpflichtete gegen die immer stärker aufkommenden Flensburger weitestgehend machtlos. Sein Gegenüber Mattias Andersson indes wurde zusehends sicherer und vereitelte mehrere aussichtsreiche MT-Würfe, wie etwa die von Boomhouwer und Mikkelsen.

Fünfeinhalb Minuten vor dem Ende bahnte sich beim 30:25 die Entscheidung zugunsten Flensburgs an. Kurz zuvor hatte Reichmann einen Ball aus dem Gegenstoß heraus unglücklich an den Innenpfosten gesetzt und Mikkelsen war an Andersson gescheitert. Michael Roth legte erneut die Grüne Karte, um noch einmal die Abwehrarbeit anzumahnen (“Wir müssen mehr 1 gegen 1-Situationen erreichen!”). Woraufhin die MT-Defensive zwar an Aggressivität zulegte, dies aber zu spät, um den Kontrahenten noch von seinem Weg abzubringen. Im Gegenteil, Flensburgs Zachariassen legte zum 31:25 nach.

Die MT bleib zwar engagiert bis zum Schlusspfiff, entschied die letzten fünf Minuten sogar mit 4:2 zu ihren Gunsten, aber das reichte nicht mehr für eine Überraschung. So geht der 33:29-Erfolg der Nordlichter auch in dieser Höhe in Ordnung.

Stimmen zum Spiel
MT-Trainer Michael Roth: Wir haben vorne recht gut gespielt, aber hinten nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Auch wenn man die zweitbeste Abwehr der Liga hat, darf man nicht erwarten, dass die gegen eine Mannschaft wie Flensburg genauso gut funktioniert, wie gegen andere Mannschaften. Flensburger hat viele schnelle Spieler, das liegt uns nicht. Normalerweise profitieren wir von unserer Physis und unser körperlichen Präsenz, die aber heute nicht zum Tragen kam. Bei uns hat außerdem die Abstimmung zwischen Abwehr und Torhüter nicht funktioniert, auch Johan hatte keinen guten Tag. Dennoch waren wir dem Gegner lange Zeit ebenbürtig. Hätten wir im zweiten Durchgang nicht einige freie Bälle vergeben, wäre es sicherlich bis zum Ende eng geblieben. Wir sind insgesamt mit der gezeigten Leistung gegen diesen starken Gegner nicht unzufrieden. Man fährt eben nicht nach Flensburg und sagt, hier holen wir mal zwei Punkte.

Julius Kühn: Die Leistung eines einzelnen Spielers zählt in einem solchen Spiel nicht. Ich hätte heute lieber einige Tore weniger geworfen, dafür aber mit meiner Mannschaft das Spiel gewonnen. Wir hatten in der Abwehr Probleme, waren hier nicht konsequent genug, vor allem nicht gegen Holger Glandorf.

SG Flensburg-Handewitt – MT Melsungen 33:29 (17:16)

SG Flensburg-Handewitt: Andersson (13 Paraden), Møller (0 P.) – Karlsson, Glandorf 11, Mogensen, Svan 7, Wanne 2, Steinhauser, Zachariassen 3, Toft Hansen, Gottfridsson 3, Lauge 3, Mahé 4/4, Rød – Trainer Maik Machula.

MT Melsungen: Sjöstrand (6 Paraden), Lenz (2 P) – Maric, Kühn 11, Lemke, Golla 1, Reichmann 6/3, Mikkelsen 3, Danner 3, P. Müller, Boomhouwer 1, Allendorf 3, M. Müller 1, Haenen, Langhans – Trainer Michael Roth.

Schiedsrichter: Nils Blümel / Jörg Loppaschewski (beide Berlin)

Zeitstrafen: 4 – 4 Minuten (Karlsson, Lauge – Maric, M. Müller)

Strafwürfe: 4/4 – 3/3

Zuschauer: 6.023, Flens-Arena, Flensburg

Das nächste Spiel:
So., 25.02.18, 12:30 Uhr, MT Melsungen – TBV Lemgo, Rothenbach-Halle

(Bernd Kaiser)



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