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Hereinspaziert und Wohnraum schaffen

Kenan Akkoyun hat den ehemaligen landwirtschaftlichen Hof „Stiefel“ vor wenigen Jahren erworben und ist seitdem dabei, Haupt- und Nebengebäude zu sanieren und Mietwohnungen für verschiedene Nachfragegruppen zu schaffen. Foto: Franziska Gimbel | IPU

Borken. In der Reihe „Hereinspaziert“ fand kürzlich in der Innenstadt der dritte Veranstaltungstermin statt. Etwa 20 Teilnehmende sahen anhand privater Bauvorhaben, wie man in historischen Gebäuden modernen Wohnraum schaffen kann.

Neuer Wohnraum nach Sanierung

Los ging es am „Hof Stiefel“. Kenan Akkoyun hat den ehemaligen landwirtschaftlichen Hof vor wenigen Jahren erworben und ist seitdem dabei, Haupt- und Nebengebäude zu sanieren und Mietwohnungen zu schaffen. Im Haupthaus sind bereits Mieterinnen und Mieter eingezogen. Dort entstanden fünf moderne Wohnungen, zwei barrierefreie Wohnungen im Erdgeschoss und drei kleine Appartements im ersten und im zweiten Obergeschoss.

Kommunale Hilfe ist Gold wert

Die Nachfrage nach Mietwohnraum, insbesondere nach kleinen Wohneinheiten für Alleinstehende oder Paare ist in Borken groß. Nach Fertigstellung waren die Wohnungen, die mit ihrem Mix aus historischem Charme eines Altbaus um 1900 und modernem Ausbau punkten, schnell vermietet. Das hofft Kenan Akkoyun auch für die Wohnungen, die er aktuell in den Nebengebäuden des Hofes herstellt.

Neben den Wohnungen selbst, die man in dieser Qualität nur schwer in Borken findet, ist auch die Lage ein absoluter Pluspunkt. Bürgermeister Marcel Pritsch meint: „Das Haus liegt mitten in der Borkener Innenstadt. Gleich um die Ecke sind Lebensmittelgeschäft, Bäcker oder Café. Wir sind stolz auf den Beitrag von Privatpersonen wie Herr Akkoyun, die mit ihrem Engagement und Mut dabei helfen, die Innenstadt lebendig zu halten.“ Auch Kenan Akkoyun ist überzeugt: Die Unterstützung der Kommune war für sein Projekt Gold wert.

Eigentümerin Sonja Lehmann erläuterte anhand von vielen Fotos und Zeichnungen, wie aus einer ehemaligen Scheune das Wohnhaus der Familie Lehmann/Vogel wurde. Foto: Franziska Gimbel | IPU

Denkmal gewahrt und nutzbar gemacht

Weiter entlang der Bahnhofstraße ging es zum Vorhaben der Familie Lehmann/Vogel. Dort konnten die Teilnehmenden anhand der Erzählungen von Sonja Lehmann und vielen Fotos und Zeichnungen nachverfolgen, wie aus einer ehemaligen Scheune das Wohnhaus der Familie wurde. Dabei ist das Vorhaben ein Lebensprojekt für die Bauherrin und den Bauherren. Nach einer ersten grundlegenden Sanierung in den 1990er Jahren, bei der der Umbau vom Neben- zum Wohngebäude erfolgte und das Fachwerk freigelegt wurde, entstand erst in den 2010er Jahren die Optik, die man heute sehen kann. Das Sichtfachwerk wies aufgrund des Witterungseinflusses starke Schäden auf, sodass man sich für eine Verschindelung in Kombination mit einer energetischen Sanierung entschied. Mit diesen Maßnahmen wurde die Gebäudesubstanz geschützt und das Denkmal auch für die nächsten Jahrzehnte bewahrt und zeitgemäß nutzbar gemacht.

Die Stadt Borken will in der Bahnhofstraße selbst aktiv werden und zwei leerstehende und stark sanierungsbedürftige Gebäude zunächst erwerben, dann rückbauen und die Fläche für einen privaten Investor aufbereiten. Foto: Franziska Gimbel | IPU

Stadt will die ersten Schritte gehen

Mit der Bahnhofstraße 104/106 fand der Rundgang einen Abschluss an einem aktuellen Vorhaben in der Borkener Innenstadt. Die Stadt Borken will dort selbst aktiv werden, die zwei leerstehenden und stark beschädigten Gebäude zunächst in ihr Eigentum bringen, dann rückbauen und die Fläche für einen privaten Investor aufbereiten. Bürgermeister Pritsch weiß: „Im aktuellen Zustand wird es keine Zukunft für die Gebäude geben und auch kein privater Bauherr will sich einer solchen Herausforderung annehmen. Hier wollten wir als Kommune die ersten Schritte gehen, um das Projekt in der Innenstadt zu starten. Wir kümmern uns um den Ankauf der Gebäude – eines davon herrenlos, übernehmen den Rückbau in Abstimmung mit Bauaufsicht und Denkmalschutz und entwickeln architektonische Konzepte für eine zukünftige neue Bebauung, die wir Investorinnen und Investoren an die Hand geben können.“

Gute Beispiele zum Nachlesen

Mit dem Termin in Borken geht die Veranstaltungsreihe „Hereinspaziert“ in die Winterpause. Im nächsten Jahr soll es weitere spannende Einblicke in private und öffentliche Bauvorhaben im Rahmen des Projektes Interkommunales Siedlungsmanagement in der Schwalm-Aue geben. Auf der Internetseite www.siedlungsmanagement-schwalm-aue.de gibt es mehr Infos zum Thema Bauen und Wohnen im Ortskern, alle Hinweise zu Veranstaltungen und Erstbauberatungen und eine Übersicht der bereits besuchten „Guten Beispiele“ zum Nachlesen.

(Franziska Gimpel)



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