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MT-Erfolgsserie reisst gegen Lübbecke

Kassel/Melsungen. Mit 30:33 (13:15) unterlag die MT Melsungen am 20. Spieltag der TOYOTA Handball-Bundesliga dem TuS N-Lübbecke im ersten Spiel nach der WM-Pause, und kassierte damit die erste Niederlage seit fast drei Monaten. Vor 1.616 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle fielen die in letzter Zeit sieggewohnten Nordhessen über weite Strecken in alte Fehler zurück und schafften es nicht, Ruhe und Linie in die eigenen Aktionen zu bekommen. Zudem schied Kreisläufer Felix Danner Mitte der ersten Hälfte verletzt aus. Der erste Verdacht auf eine Sprunggelenksfraktur bestätigte sich glücklicherweise zunächst nicht.

Nach knapp sieben Minuten war die Welt der Melsunger noch weitgehend in Ordnung. Nenad Vuckovic hatte gerade mit einem Schlagwurf den 4:4-Ausgleich erzielt, nachdem zuvor Savas Karipidis für die drei ersten Tore der Gastgeber verantwortlich gezeichnet hatte. Allerdings deutete sich schon früh an, wo die Probleme an diesem Abend liegen sollten. Denn Torgefahr für das von Nikola Blazicko gehütete Tor der Nettelstedter ging lange Zeit praktisch nur von der Nahwurfzone aus. Alexandros Vasilakis und Grigorios Sanikis hatten beide kein Zielwasser getrunken und vergaben ihre wenigen Möglichkeiten. Weil aber auch die Anspiele auf Andrej Klimovets keine echte Herausforderung für die aufmerksame Gästedeckung darstellten und Tim Remer sich langsam auf Karipidis eingestellt hatte, funktionierte nach Vuckovics Ausgleich minutenlang überhaupt nichts mehr.

Nicht einmal Tempogegenstöße führten zum Ziel, weil vor allem Kristian Svensson bei Ballverlusten immer blitzschnell den Rückwärtsgang einlegte und, wie in der 13. Minute beim Konter von Vuckovic, die Laufduelle fast ausnahmslos für sich entschied. Eine Minute später das gleiche gegen Karipidis. Der scheiterte in Bedrängnis von Svensson mit einem unkontrollierten Wurf an Blazicko, und auf der Gegenseite zeigte Arne Niemeyer über die ungewohnte Linksaußenposition den Hausherren, wie es richtig gemacht wird. Eine Demonstration, die Michael Roth zum Betätigen der Notbremse in Form einer Auszeit zwang. Fruchtlos zunächst, denn bis zum nächsten Ballverlust und dem 4:9 durch eben diesen Kristian Svensson, dem MT-Schreckgespenst der Anfangsphase, dauerte es nur Sekunden. Der Schwede hatte beim Konter gleich zwei Melsunger abgehängt. Wenigstens Alexandros Vasilakis taute nach einer Viertelstunde langsam auf. Im Angriff allerdings nur. Zwei Treffer von ihm und einer von Felix Danner, der sich das Leder selbst erkämpft hatte und im Konter endlich einmal Laufsieger blieb, brachten die Hausherren auf 7:10 wieder heran. Nettelstedts elfter Torerfolg durch Tim Remer veranlasste anschließend Mario Kelentric zum Wechsel mit Robert Lechte im Tor. Der Kroate hatte in 17 Minuten nicht einen einzigen Ball halten können.

Nur 60 Sekunden später machte sich lähmende Stille in der Halle breit. Felix Danner war nach einer Abwehraktion zu Boden gegangen und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Minutenlange Behandlung und schließlich der Abtransport durch die Sanitäter via Trage ließen Böses vermuten. Die erste Befürchtung, es könnte sich um eine Sprunggelenksfraktur handeln, bestätigte sich zum Glück nicht. Auch das Spiel litt in den Minuten nach der Unterbrechung. Unkonzentrierte Aktionen auf beiden Seiten ließen keinen Spielfluss aufkommen und gipfelten in den ersten beiden Hinausstellungen des Spiels. Erst holte Artur Siódmiak den eingewechselten Michael Schweikardt rüde von den Beinen, dann wurde Michael Allendorf im Absprung vom Kreis das Opfer von Nicky Verjans’ Attacke. Savas Karipidis nutzte den fälligen Siebenmeter und gleich anschließend nach einem Verlegenheitswurf von Tim Remer die doppelte Überzahl zum 10:12.

Den Unterschied in der ersten Hälfte machten vor allem die Torhüter. Während Robert Lechte wie vorher schon Mario Kelentric keine Hand an den Ball brachte, konnte Nikola Blazicko seine ebenfalls wenigen Paraden in den wichtigen Momenten anbringen. Wie beim durchaus platzierten Versuch von Nenad Vuckovic in der 26. Minute, der den Anschluss hätte bedeuten können. Hätte – wenn nicht Blazicko mit der Fußspitze noch dran gewesen wäre. So aber konnten sich die Gäste wieder befreien. Bezeichnend, dass der allererste gehaltene Ball eines Melsunger Torhüters nach fast 29 Minuten bedeutungslos war. Weil die vorangegangene Aktion, nach Abwarten des Vorteils, nachträglich mit einem Siebenmeter bestraft wurde, den Verjans sicher zum 12:15 verwandelte. Dem konnte Karipidis noch sein sechstes Tor entgegen setzen, dann war Halbzeit.

Im zweiten Durchgang verbesserte sich zunächst nichts im Spiel der MT Melsungen. Im Gegenteil: Hansen, Niemeyer, Løke und Verjans bauten die Gästeführung bei einem Vuckovic-Gegentreffer schnell auf fünf Tore aus. Da half es nur wenig, dass der zwischen die Pfosten zurückgekehrte Mario Kelentric einen Verjans-Siebenmeter parierte. Denn Andrej Klimovets (zweimal) und Anton Mansson sorgten mit ihren Zeitstrafen für länger andauernde Melsunger Unterzahl. Glück für die Hausherren, dass sich Blazicko mittlerweile den Leistungen seiner MT-Kollegen angepasst hatte, und praktisch jeder Versuch auf beiden Seiten Erfolg brachte. So blieb der Abstand bis zur 45. Minute konstant. Als auch Michael Allendorf für einen harmlosen Schubser gegen Arne Niemeyer runter musste und eben dieser prompt zum 18:24 einlochte, gab kaum mehr jemand etwas auf die Hausherren.

Doch die schlugen mit viel Moral zurück. Vor allem Nenad Vuckovic zeichnete sich einmal mehr als vorbildlicher Antreiber aus, der sich bin hin zu Wadenkrämpfen verausgabte. Jens Schöngarth ersetzte den indisponierten Alexandros Vasilakis und steuerte endlich ein Rückraumtor von der Halbposition bei. Michael Roth hatte auch die Abwehr umgestellt. Zuerst auf 5:1 mit Michael Allendorf auf der Spitze, dann sogar auf eine noch offensivere 4:2-Variante. Genau das richtige Spielsystem für Ivan Brovka, der nach langer Durststrecke wieder einmal ran durfte. Und das in ihn gesetzte Vertrauen sofort rechtfertigte. Zuerst mit erfolgreichen Störmanövern vor der Abwehr, dann sogar mit einem Torerfolg. Lübbecke begann zu schwimmen und verlor zusehends die Übersicht. Treffer für Treffer knabberten die Bartenwetzer von Rückstand ab, und waren nach Anton Manssons 27:28 nach 55 Minuten tatsächlich wieder dran.

Zu mehr reichte es allerdings nicht. Weil Mario Kelentric sich trotz leichter Steigerung in der entscheidenden Phase aber machtlos war gegen die Würfe vor allem von Arne Niemeyer. Der Blondschopf löste sich immer wieder aus seiner kurzen Deckung und nutzte die Räume im Gegensatz zu seinen Mannschaftskollegen äußerst effektiv. Weil die nicht immer gut, aber ausgeglichen pfeifenden Unparteiischen den Gästen in der kritischen Endphase wesentlich mehr Zeit gaben ihre Angriffe abzuschließen, auch wenn deren Passivität schon längst angezeigt war. Und weil ausgerechnet Grigorios Sanikis, der mit vier blitzsauberen Rückraumtoren maßgeblich an der späten Aufholjagd beteiligt war, mit einem Fehlpass auf Klimovets und einem unvorbereiteten Wurf ans Lattenkreuz für die Ballverluste sorgte, die Arne Niemeyer und Henrik Hansen letztendlich zur Entscheidung nutzten. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel
Markus Baur: Wir sind überglücklich, dass wir hier gewonnen haben. Wir haben sehr gut ins Spiel hinein gefunden und vor allem eine gute Deckung gespielt. Dadurch haben wir die Melsunger Angreifer oft zu Würfen gezwungen, die nur an wirklich guten Tagen auch Treffer bringen. Meiner Meinung nach hätten wir zur Pause noch höher führen können. Aber dann hätten wir unsere guten Möglichkeiten nicht so leichtfertig vergeben dürfen. Durch die Abwehrumstellung der MT haben wir in der zweiten Hälfte noch einmal richtig Probleme bekommen. Da haben meine Spieler teilweise vor lauter Platz die Lücken nicht gesehen. Aber zum Glück war in dieser Phase Arne Niemeyer für uns da.

Michael Roth:
Glückwunsch an Lübbecke zum verdienten Sieg. Wir haben leider den bedingungslosen Einsatz vermissen lassen, der uns Ende des letzten Jahres ausgezeichnet hat. Am Anfang sind wir innerhalb von fünf Minuten von 4:4 auf 4:9 zurückgefallen. Da wurden unnötige Würfe genommen statt die Angriffe geduldig auszuspielen. In der zweiten Hälfte war es ein sehr unruhiges Spiel. So, wie man es von unserer Seite zu Hause eigentlich nicht gestalten sollte. Aber wir hatten heute leider auch keine Torhüter, die das hätten beruhigen können. Positiv nehme ich mit, dass die Mannschaft sich nie aufgegeben hat. Negativ ist die Verletzung von Felix Danner, der nun warscheinlich wochenalng ausfallen wird. Jetzt muss die Mannschaft in Dormagen ein anderes Gesicht zeigen und dann hoffentlich wieder gewinnen.

Statistik
MT Melsungen: Kelentric (5 P.), Lechte (1 P.); Brovka 1, Schöngarth 3, Mansson 1, Klimovets 3, Schweikardt 1, Torbica (n.e.), Vasilakis 2, Danner 1, Sanikis 4, Karipidis 10/3, Zufelde (n.e.), Allendorf, Vuckovic 4, Sania (n.e.).

TuS N-Lübbecke:
Blazicko (8 P.), Putera (bei einem 7m); Verjans 7/3, Gustafsson 1, Løke 5, Siódmiak, Hansen 3, Svensson 3, Tluczynski, Wiese, Olafsson, Just, Niemeyer 9, Alvanos 1, Remer 4.

SR: Andreas Pritschow (Echterdingen) / Marcus Pritschow (Stuttgart)

Zeitstrafen: 10 – 8 (Klimovets 32. u. 26. Min.; Mansson 38.; Allendorf 45.; Brovka 58. – Siódmiak 21.; Verjans 21.; Alvanos 43. u. 49.)

Strafwürfe: 4/3 – 4/3 (Verjans scheitert an Kelentric; 36. Min; Karipidis wirft neben das Tor, 49. Min.)

Zuschauer: 1.616 in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Spielfilm:
1:0 (3.), 3:3 (6.), 4:6 (9.), 4:7 (12.), 4:9 (15.), 7:11 (18.), 8:12 (21.), 10:13 (24.), 10:14 (27.), 13:15 (HZ), 13:17 (33.), 14:19 (36.), 16:21 (39.), 18:22 (42.), 19:24 (45.), 21:25 (48.), 23:26 (51.), 25:27 (54.), 28:30 (57.), 30:33 (EN).



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