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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Auslandspraktika der Berufshilfe für Menschen mit Beeinträchtigung

Frankreich/Schwalmstadt-Treysa. „Durch den Austausch habe ich neue berufliche Motivation gewonnen“, sagt Katharina Stirn. Sie ist eine von zehn Teilnehmern mit Beeinträchtigungen, die ein sechswöchiges Auslandspraktikum der Berufshilfe Hephata in Frankreich absolvierten. Das Praktikum ist Teil einer neuen Maßnahme, die dazu beitragen soll, Menschen mit Behinderungen und Handicaps in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. „Ich hatte vorher wenig Selbstvertrauen. Durch den Austausch habe ich wieder zu mir gefunden“, sagt Katharina Stirn. Die gelernte Bürokauffrau ist seit 2010 arbeitsuchend. Sie und ihre neun Kollegen haben den ersten Durchlauf der neuen Maßnahme der Berufshilfe am Freitag abgeschlossen. Die Berufshilfe Hephata hat damit bundesweit die Maßnahme, die erst seit diesem Jahr läuft, als einer der ersten Träger umgesetzt.

Die Maßnahme heißt „MobIQ-Nordhessen (Mobilität, Integration und Qualifizierung Nordhessen) und wird im Rahmen des Programms IdA (Integration durch Austausch) durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Das Jobcenter des Schwalm-Eder-Kreises kofinanziert mit, vor allem durch die Zuweisung von Teilnehmern und Regelleistungen. Die Maßnahme dauert insgesamt 14 Wochen, ist für die Teilnehmer kostenlos und schließt mit einem Zertifikat ab. Sie ermöglicht Erwachsenen mit Beeinträchtigung Berufserfahrungen in Dänemark, Frankreich und Spanien. Die Einschränkungen der Teilnehmer können unter anderem Lernbehinderungen, psychische Probleme aber auch Schwerbehinderungen bis zu 100 Prozent umfassen.

Neben der Vermittlung beruflicher Kompetenzen stehen bei der Maßnahme der kulturelle, soziale und sprachliche Austausch im Vordergrund. Die Teilnehmer werden zunächst von der Berufshilfe Hephata in Schwalmstadt vier Wochen lang auf das Praktikum vorbereitet. Neben der beruflichen Grundqualifikation gehört dazu auch die sprachliche Vorbereitung durch Dozentinnen der Volkshochschule Schwalm-Eder. Danach stehen sechs Wochen Praktikum im Ausland an. Danach noch mal vier Wochen Nachbereitung, unter anderem mit Bewerbungstraining, Coaching und der Suche nach beruflichen Perspektiven. Die Teilnehmer werden während der gesamten Maßnahme pädagogisch begleitet. So können auch Hilfsangebote wie Schuldnerberatung, eine Stabilisierung des privaten Umfeldes oder eine Klärung der gesundheitlichen Situation angestoßen werden, die zwar nicht in das eigentliche Aufgabengebiet der Berufshilfe fallen, aber einer Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt sonst im Weg stehen können.

Katharina Stirn und ihre Kollegen haben in Frankreich im Garten- und Landschaftsbau, im Pflegebereich, im Büro, in einer Schreinerei und in einem Maler- und Lackierbetrieb gearbeitet. Dabei wurden sie von Mitarbeitern der Berufshilfe und einer Mitarbeiterin der französischen Partnerorganisation begleitet.

Der zweite Durchlauf soll bereits im Januar 2012 starten. Auch aufgrund der durchweg positiven Erfahrungen. Alle zehn nach Frankreich aufgebrochenen Teilnehmer haben die Maßnahme erfolgreich beendet. Bereits in der Vorbereitungsphase konnte ein Teilnehmer auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden. 30 Prozent der Teilnehmer erhalten jetzt eine Anschlussförderung. Bei drei Teilnehmern ist die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt innerhalb der nächsten sechs Monate in Reichweite gerückt. „Die Maßnahme hat unabhängig von der Vermittlungsquote einen hohen Wert. Die Teilnehmer waren gezwungen, sich mit sich selbst und ihren Perspektiven auseinanderzusetzen“, so Andreas Koch, Bereichsleiter Berufshilfe Hephata. „Das Jobcenter hat sich an dem Projekt beteiligt, weil es sich wesentlich von anderen Programmen abhebt“, so Doris Adam, Jobcenter. Durch das Projekt habe das Jobcenter auch Probleme einzelner Teilnehmer erkannt, von denen es vorher nichts oder nicht in diesem Umfang gewusst habe. Doris Adam: „Darauf werden wir bei der Integration nun gerne mit anderen Netzwerkpartnern eingehen. Wenn Sie weiter mitwirken, muss und wird uns Ihre Integration gelingen.“ (me)



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