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Lisa Arend überraschte bei den Kugelstoßmeisterschaften

Borken/Melsungen. Bei den nordhessischen Meisterschaften in den Wurf- und Stoßwettbewerben, die am Wochenende in Borken ausgetragen wurden,  hatte auch das Wetter den Werferinnen und Werfern seinen Segen geschenkt. Dennoch gab es wie in den vergangenen Jahren Licht und Schatten. In manchen Altersklassen starteten nur zwei und manchmal auch nur ein Teilnehmer. In der Männerklasse war es besonders deprimierend, denn sowohl im Kugelstoßen als auch im Diskuswerfen war jeweils nur ein Aktiver am Start. Das Hammerwerfen musste in dieser Klasse mangels Masse ganz gestrichen werden. Natürlich haben auch einige Nachwuchsathleten auf sich aufmerksam gemacht, aber die hoffnungsvollen Talente, die wie vor 30 oder gar 40 Jahren bei den nationalen Meisterschaften um die Medaillen kämpfen konnten,  sind nicht mehr oder kaum noch in Nordhessen vorhanden. 

Bei den Senioren findet man noch Werfer, die bei den Titelkämpfen in Erfurt ein Wort bei der Medaillenvergabe mitreden werden. Dazu gehört auch Hella Böker (MT Melsungen), die erwartungsgemäß nach ihren fünf Medaillen bei den 5. Senioren-Hallen – und Winterwurf-Weltmeisterschaften in Finnland auch in Borken zu überzeugen wusste. Die 70-Jährig imponierte nicht nur im Kugelstoßen mit 9,23 Meter, sondern überzeugte auch im Speer- und Diskuswerfen mit guten Weiten. Im Speerwerfen verfehlte sie ihre deutsche Jahresbestleistung, die sie in Finnland mit  28,55 Meter aufgestellt hatte, nur um 74 Zentimeter. Auch im Diskuswerfen, wo sie ebenfalls konkurrenzlos war, beeindruckte sie mit 26,86 Meter und warf damit 22 Zentimeter weiter als beim Gewinn ihrer Silbermedaille in Jyväskylä. Nur im Hammerwerfen trat mit Irma Kirchhofs (Tuspo Borken) eine Konkurrentin um den Titel an.

Nachdem beide Athletinnen in Finnland – Böker als Dritte 30,42 Meter und Irma Kirchhofs als Fünfte (28,23 Meter)  –  nur 2,19 Meter trennte, war dieses Mal der Abstand erheblich größer. Bereits mit dem ersten Wurf hatte die Athletin aus Fuldabrück diesen Wettbewerb für sich entschieden. Auch mit ihren vier anderen gültigen Würfen hätte sie diesen Wettbewerb souverän gewonnen. Sie begann mit 31,74 Meter und ließ im zweiten Durchgang ihren besten Wurf mit 33,60 Meter folgen. Mit 31,25 und 31,69 Meter hatte sie noch zwei weitere Würfe über der begehrten 30 Meter-Marke. Nach einem ungültigen Versuch landete der drei Kilogramm schwere Hammer im letzten Durchgang bei 29,17 Meter. Irma Kirchhofs hatte ihren besten Versuch mit 26,21 Meter bereits im ersten Durchgang.  Diese Weite sollte bei den deutschen Meisterschaften bereits für die Bronzemedaille reichen.

Für die Überraschung des Tages sorgte aber Lisa Arend (MT Melsungen) im Kugelstoßen der Frauen. Nachdem die 21-Jährige zwei Wochen aus gesundheitlichen Gründen kein Training durchführen konnte, eröffnete sie den Wettkampf mit einem Standstoß und kam dabei auf 10,07 Meter. Das war nicht nur persönliche Bestweite – bisher 9,69 Meter aus dem Vorjahr –  sondern gleichzeitig auch der beste Stoß aller fünf  Teilnehmerinnen. „Ich konnte es gar nicht glauben, dass ich nach meiner Erkältung schon die Trainingswerte erreicht hatte“,  sagte die frisch gebackene Nordhessenmeisterin und hofft in diesem Jahr noch an die elf Meter-Marke heranzukommen.

Im Schülerbereich, wo die Teilnehmerzahlen am stärksten waren, durfte sich Tobias Ludwig über zwei neue Bestleistungen und seinen zweiten Platz im Speerwerfen sowie über Platz drei im Kugelstoßen freuen. Der 14-jährige Nachwuchswerfer aus Obermelsungen verbesserte sich mit dem 600 Gramm-Gerät auf 35,63 Meter und verwies Matthis-Leon Wilhelm (TSV Frankenberg), der ihm mit seinem letzten Versuch mit 34,43 Meter noch recht nahe kam, auf Rang drei. Im Vorjahr hatte Ludwig, der auch im Handball als Torschütze positiv auffällt, 31,20 Meter vorzuweisen. Jetzt fehlen ihm noch 37 Zentimeter für die B-Norm des Hessischen Leichtathletik-Verbandes, um an den Landesmeisterschaften als Nachrücker teilnehmen zu können. Im Kugelstoßen war für ihn nicht mehr als der dritte Platz möglich.

Aber diese Chance nutzte Tobias Ludwig mit 10,97 Meter. Mit 10,88 und 10,84  Meter hatte er noch zwei weitere Stöße, die über einen Meter über seinem Vorjahresrekord von 9,83 Meter lagen.  Im Diskuswerfen blieb er allerdings mit schwachen 24,02 Meter weit hinter seiner Trainingsleistung zurück und belegte  nur Rang acht.

Seine 13-jährige Cousine Hanna Steuber aus Beiseförth, die im Training die Scheibe an die 23 Meter segeln ließ, wurde bei ihren ersten Meisterschaften auf Bezirksebene Opfer ihrer Nervosität. Sie traf den Diskus beim Abwurf nie im richtigen Moment, so dass er keine Rotation bekam. Am Ende musste sie mit 18,37 Meter zufrieden sein. Da konnte sie auch nicht der unerwartete dritte Platz trösten.  Bedingt durch eine Fingerverletzung an der Stoßhand war sie im Kugelstoßwettbewerb stark gehandicapt,  so dass die drei Kilogramm-Kugel bei ihrem besten Stoß schon bei 6,03 Meter wieder Bodenkontakt hatte. (ajw)



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