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MT und Hannover-Burgdorf trennen sich Remis

Kassel/Melsungen. Hochklassig war es nicht unbedingt, was die MT Melsungen und der TSV Hannover-Burgdorf beim 26:26 (13:13) boten. Dass sich 2.305 Besucher in der Kasseler Rothenbach-Halle dennoch bestens unterhalten fühlten, lag am Spielverlauf und der über 60 Minuten anhaltenden Spannung. Denn bis in die allerletzten Spielsekunden hinein war alles möglich. So gesehen war das Remis die logische Folge einer Begegnung zweier Handball-Bundesligisten auf Augenhöhe. Schon in den Anfangsminuten deutete sich an, dass es ein zähes Ringen um Erfolge werden würde. Beide Teams agierten mit 5:1-Deckungen, die dem jeweils gegnerischen Spielmacher das Leben schwer machen sollte. Dabei musst die MT auf ihren noch gesperrten Abwehrspezialisten Daniel Kubes verzichten – dem Einspruch war leider nicht stattgegeben worden.

Während sich Melsungens Patrik Fahlgren mit dem vorgezogenen Mait Patrail auseinandersetzen musste, versuchte Michael Allendorf Jannis Fauteck zu stören. Der 24 Jahre alte Rückkehrer vertrat den gesperrten Morten Olsen und löste diese Aufgabe zufriedenstellend. Wirklicher Spielfluss kam jedoch hüben wie drüben nicht auf. Burgdorf kämpfte mit der eigenen Abstimmung angesichts mehrerer erzwungener Wechsel. So bekam Hendrik Pollex nach seiner Klassepartie gegen de HSV die nächste Bewährungschance für den angeschlagenen Torge Johannsen. Auch Neuzugang Juan Andreu bekam am Kreis so manches ungenaue Anspiel nicht zu fassen. Bei der MT Melsungen war es dagegen eher die Unentschlossenheit der arrivierten Kräfte, die kein erfolgreiches Kombinationsspiel zuließ.

Die Mehrzahl der Chancen besaßen die Hausherren. Doch Alexandros Vasilakis visierte die Latte an, Nenad Vuckovic und Felix Danner fanden in Martin Ziemer ihren Meister. Auf der Gegenseite scheiterte der sonst so sichere Lars Lehnhoff vom Siebenmeterpunkt an Per Sandström. Bis zur siebten Minute hatten beide wenigstens je zweimal getroffen. Für die gleiche Ausbeute bis zum 4:4 brauchte es dann allerdings nur drei Minuten. Weil der zweite Burgdorfer Strafwurf von Jannis Fauteck gegen Per Sandström gesessen hatte versuchte sich am dritten Anlauf des gleichen Spielers Mikael Appelgren. Und machte seinem Ruf als Siebenmeterkiller prompt alle Ehre. Der Unterhaltungswert stieg, die Zwischenergebnisse blieben eintönig: einer legte vor, der andere zog nach – bis zum 5:6 mit Vorteilen bei den Gästen, dann übernahm die MT die Führungsrolle. Immer wieder garniert mit sehenswerten Paraden der Torsteher. Ziemer blieb Sieger über Vuckovic, Sandström gegen Buschmann.

Als Michael Roth nach 22 Minuten zu Auszeit bat, zeigte der Anzeigewürfel ein 9:9 an. Doch nicht der Spielstand war der Grund für die Unterbrechung, sondern die unmittelbar zuvor abgelaufenen zweite Zeitstrafe von Felix Danner. Das machte eine Umbesetzung nötig, um nicht frühzeitig ein Ausscheiden des frisch gebackenen und für seine Leistungen im Nationaldress mit viel Lob bedachten Neu-Nationalspielers zu riskieren. Anton Mansson kam, und mit ihm auch gleich der wieder genesene Savas Karipidis (Hartung-Foto) für den bis dahin blass gebliebenen Christian Hildebrand. Auch die Abwehr wurde umgestellt, dort bildeten nun Mansson und Jonathan Stenbäcken den Innenblock. Was Juan Andreu und Jan-Fiete Buschmann sofort zu spüren bekamen. Sie versuchten sich vergeblich an diesen beiden. Dafür trafen Grigorios Sanikis und, als Lehnhoff für zwei Minuten runter musste, auch Alex Vasilakis – die erste Führung mit mehr als einem Tor war geschafft (11:9, 25.).

Sie hielt jedoch nicht lange. Drei Minuten später hatte Tamas Mocsai mit seinem 12:12 erneut ausgeglichen. Allendorfs dreizehnten MT-Erfolg egalisierte Julius Hinz unmittelbar vor dem Pausenpfiff. Der Youngster war nach den beiden früh vergebenen Siebenmetern von Lehnhoff und Fauteck  als neuer Schütze auserkoren worden und verwandelte ganz sicher bereits seinen dritten zum Pausenstand von 13:13.

Die zweite Hälfte glich der ersten. Nach zähem Beginn gelang Aivis Jurdzs das erste Tor nach fast vier gespielten Minuten. Sanikis glich aus, Andreu und Vuckovic sorgten für das 15:15 (36.). Dann wurde die Partie hektischer. Savas Karipidis musste raus, Per Sandström kaufte Hinz dessen vierten Siebenmeterversuch ab, Andreu bekam eine Zwangspause auf der Bank. Dazwischen das gleiche Spiel wie vor dem Wechsel: Melsungen legte vor, Hannover zog nach. Auch die Zeitstrafe gegen Jurdzs (44.) mit gleichzeitiger Einwechslung von Mikael Appelgren für Per Sandström änderte nichts am Tore-Wechselspiel. Ebenso wenig die Bankstrafe gegen Andreu und die deren dritte gegen Felix Danner, gleichbedeutend mit dessen Disqualifikation.

Spielerische Höhepunkte waren dünn gesät. Erwähnenswert waren allenfalls einige feine Torerfolge. Der von Danner zum 17:16, als er sich gekonnt gegen Andreu und Jurdzs durchsetzte. Oder der Traumpass von Fahlgren per Aufsetzer zu Mansson an den Kreis vor dessen 24:23 (53.). Sehenswert auch Hannovers Unterzahlspiel, das regelmäßig ohne Torhüter von Statten ging. Dafür mit Pollex oder Lehnhoff im gelben Leibchen als zusätzlicher Feldspieler. Und das zur Überraschung aller meist erfolgreich war, wie auch bei Patrails 19:19.

Das enge, zähe Spiel forderte seinen Tribut. Erkennbar an der stark abfallenden Konzentrationskurve einiger Akteure. Alex Vasilakis zum Beispiel, der sich zwei folgenschwere Ballverluste innerhalb kurzer Zeit leistete. Genutzt von Mait Patrail und Hendrik Pollex per Tempogegenstoß, die ihr Team nach 55 Minuten mit 25:24 plötzlich wieder in Führung geworfen hatten. Höchste Zeit für Michael Roth, seine Mannen in einer Auszeit wieder aufzuwecken. Mit Erfolg, wie der Ausgleich von Savas Karipidis belegte. Allerdings ließ der erneute Führungstreffer der Gäste nicht lange auf sich warten. Mike Patrail, der in der Schlussviertelstunde kaum zu halten war, ließ die grün-weiße Anhängerschar jubeln und vom Auswärtssieg träumen (55.).

Der wohl entscheidendste wie auch längste Angriff der Partie schloss sich an. Burgdorf verteidigte verbissen, Melsungen fand kaum eine Lücke. Wie so oft übernahm Vasilakis die Verantwortung, scheiterte aber an Ziemer. Dessen Parade beförderte das Leder ins Seitenaus und beließ die MT im Ballbesitz. Fahlgren war der nächste, doch dessen Versuch blockte Andreu zur Ecke. Dritter Anlauf, dritter Schütze: Karipidis fand in Ziemer seinen Meister, doch von dem prallte die Kugel wieder über die Seitenlinie ab. Sanikis wollte sich in die Reihe der Probanden einreihen, wurde aber regelwidrig daran gehindert. So war es schließlich Michael Allendorf, der es als fünfter Melsunger, diesmal unbehindert, vom Siebenmeterpunkt versuchen durfte – und prompt zum 26:26 erfolgreich war (57.).

Danach hatten beide noch je eine Riesenchance, die Partie für sich zu entscheiden. Zuerst versagten Lars Lehnhoff die Nerven, als er seinen zweiten Strafwurf des Abends vergab und der Ball von der Latte in die Arme von Sandström zurückprallte. Dann wollte es Alexandros Vasilakis zu genau machen und visierte den Innenpfosten an, von wo die Kugel ins Feld zurückkam. Noch zwei eher glücklose Versuche von Nenad Vuckovic, dazu ein letzter Ansatz zum Kempa von Lars Lehnhoff, den aber Savas Karipidis zu verhindern wusste, dann war die Partie vorbei. Schiedlich-friedlich mit einem Punkt für beide, was schließlich absolut dem Verlauf und den Spielanteilen entsprach. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel

Michael Roth: Das Ergebnis ist gerecht, auch wenn wir damit natürlich nicht zufrieden sind. Was nicht am fehlenden Respekt vor dem Gegner liegt, der eine sehr gute Leistung geboten hat. Nach fast zwei Wochen Pause haben wir aber vor allem im Angriff keinen Rhythmus gefunden, obwohl wir uns gut auf die Partie vorbereitet hatten. 26 sind Tore einfach zu wenig, wenn wir die Spiele vor heimischem Publikum siegreich gestalten wollen. Bei uns waren einige Leistungsträger wie Patrik Fahlgren, Alexandros Vasilakis und auch Nenad Vuckovic nicht ganz auf der Höhe und haben zu viele Stockfehler gemacht. Hannover hat sich diesen Punkt verdient, am Ende hätten wir sogar noch verlieren können.

Christopher Nordmeyer: Ich gratuliere Michael Roth und seiner Mannschaft wie auch uns zu diesem jeweils einen Punkt. Das Unentschieden ging schlussendlich voll in Ordnung. Wir haben sehr lange gebraucht, um nach einem Ausgleich einmal wieder in Führung zu gehen. Beide Teams haben gut gekämpft, es aber nicht verstanden Akzente zu setzen und eine Entscheidung herbeizuführen. Am Ende haben wir uns dann leistungsgerecht auf ein Unentschieden geeinigt. Ich bin zufrieden mit Leistung und Ergebnis meiner Mannschaft und freue mich über unsere fünf bisher geholten Punkte.

Statistik

MT Melsungen: Appelgren (3 Paraden / 11 Gegentore), Sandström (12 P. / 15 G.); Stenbäcken, Mansson (1), Fahlgren (1), Schröder, Vasilakis (4), Hildebrand (1), Danner (3), Sanikis (6), Karipidis (2), Allendorf (3/1), Vuckovic (5), Räbiger

TSV Nannover-Burgdorf: Ziemer (13 P. / 25 G.), Puljezevic (0 P. / 1 G.); Johannsen, Andreu (4), Mocsai (1), Fauteck (1/1), Patrail (5), Jurdzs (4), Buschmann (2), Hykkerud (1), Lehnhoff (3/1), Rydergard, Hinz (3/3), Pollex (2)

SR: Andreas Pritschow (Leinfelden) / Marcus Pritschow (Echterdingen)

Zeitstrafen: 8 – 12 (Danner 11:36 19:51 46:07, KKaripidis 35:56 – Lehnhoff 24:18, Mocsai 27:53, Patrail 28:48, Andreu 38:50 45:14, Jurdzs 43:08); Disqualifikation: Danner (3 x 2 Minuten, 46:07).

Strafwürfe: 1/1 – 5/9 : Lehnhoff scheitert an Sandström (2:06); Fauteck scheitert an Appelgren (11:38); Hinz scheitert an Sandström (36:47); Lehnhoff an die Latte (57:34).

Zuschauer: 2.305, Rothenbach-Halle Kassel



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