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MT landet Arbeitssieg gegen starken Aufsteiger

Kassel/Melsungen. Die MT Melsungen hat sich beim 26:21 (10:10) gegen GWD Minden vor 2.223 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle eine Dreiviertelstunde lang schwer getan. Nachdem der starke Aufsteiger in der ersten Hälfte noch mehrfach in Führung gehen konnte, übernahm Melsungen nach der Pause das Kommando. Bis zum 18:16 (45.) hielten die Ostwestfalen noch mit, doch mit drei Toren in Folge zum 21:16 fiel dann die Vorentscheidung. Savas Karipidis war mit 9 Toren, davon sechs per Siebenmeter, erfolgreichster Melsunger Schütze. Für Minden waren Christoph Steiner (5) und Aljoscha Schmidt (5/3) die besten Werfer.

Sicher, mit Gegenwehr mussten die Handballer der MT Melsungen natürlich rechnen im Spiel gegen den gut in die Saison gestarteten Aufsteiger GWD Minden. Dass die Ostwestfalen aber ohne jeden Respekt gegenhalten, und mit Aleksandar Svitlicas zweitem Treffer in Folge nach zwölf Minuten sogar mit 6:5 in Führung gehen sollten, überraschte dennoch. Folgerichtig war es aber, weil die Gäste in einer sehr eigenen Abwehrvariante zunächst den Schlüssel zum erfolgreicheren Defensivspiel besaßen. Aus einer beweglichen 6:0-Deckung heraus kann Oliver Tesch immer wieder zwei Schritte nach vorn, um die Kreise von Alexandros Vasilakis empfindlich einzuengen. Der ließ sich, zusätzlich durch einen Virusinfekt gehandicapt, davon beeindrucken und fand nicht die richtige Einstellung zu Zeitpunkt und Distanz für seine Würfe. Und auch das Spiel über Savas Karipidis am rechten Flügel fand als weitere Folge kaum statt. Der Grieche hatte zwar für das erste Tor der Nordhessen gesorgt, war danach aber erst einmal nur noch vom Siebenmeterpunkt erfolgreich.

Über die linke Seite ging es besser. Und immer, wenn die MT das Spiel breit machen konnte, wurde es auch gefährlich für den Kasten von Jens Vortmann. Wie in der 14. Minute, als Michael Allendorf zum 6:6 ausgleichen konnte. Es war der Auftakt für eine Reihe sehenswerter Aktionen im Spiel der Hausherren. Für die nächste sorgte Mikael Appelgren. Beim Strafwurf von Svitlica eingewechselt, hielt er den Ball des Montenegriners und machte seinem Ruf als Siebenmeterkiller alle Ehre. Dann holten sich Savas Karipidis und Nenad Vuckovic den Beifall der Zuschauer ab, als der Grieche den Ball von Rechtsaußen quer durch den Torraum passte, und Vuckovic hineinsprang um ihn ins Netz zu wuchten. Karipidis setzte gar noch einen drauf, als er nur eine Minute später gefoult wurde und den fälligen Siebenmeter sicher zum 8:6 verwandelte (17.).

Mindens Coach Ulf Schefvert stellte um. Beorderte in einer Auszeit Sören Südmeier auf die Spielmacherposition und ließ den etatmäßigen Mittelmann Dalibor Doder auf Halblinks ausweichen. Für den rechten Rückraum kam Evars Klesniks. Mit dem Erfolg, dass Aljoscha Schmidt, der starke Christoph Steinert und Sören Südmeier die Führung für die Gäste zurückholten. Und bis kurz vor den Halbzeitpfiff auch in Vorlage blieben. Denn die MT versiebte ihre Gelegenheiten zuverlässig. Ob Savas Karipidis, der einen Strafwurf glatt am linken Pfosten vorbeisetzte, oder der eingewechselte Jonathan Stenbäcken mit etwas zu viel Motivation, die in ein Stürmerfoul mündete – Melsungen stand sich und seinen Bemühungen um das Finden der spielerischen Linie selbst im Weg. Erst als Christoph Steinert für zwei Minuten auf die Bank musste klappte es mit dem erneuten Ausgleich für Rot-Weiß: Stenbäcken fand die Lücke da, wo Steinert fehlte. Und sorgte so zur Halbzeitpause für ein eher schmeichelhaftes Unentschieden aus Sicht der Gastgeber.

Die nach der Pause gleich noch einmal in Rückstand gerieten, als wieder Steinert zuschlug. Was Patrik Fahlgren sofort korrigieren konnte. Anschließend war wieder Appelgren im Blickpunkt. Zum zweiten Mal eingewechselt, zum zweiten Mal Sieger im Duell Mann gegen Mann: der Schwede parierte den Siebenmeter von Aljoscha Schmidt mit einer Lockerheit, als gäbe es nichts Leichteres. Karipidis machte es kurz darauf besser und brachte Melsungen wieder in Vorlage. Was wiederum Anders Oechsler zum 12:12 egalisierte (34.).

Doch mit diesem Hin und Her war mit einem Mal Schluss. Nenad Vuckovic verstand es nun Alex Vasilakis zu holen, der mit seinem ersten Treffer des Tages auf 13:12 stellte. Dem Karipidis schnell den vierzehnten Treffer folgen ließ. Appelgren besserte seine Quote als bester Siebenmeterkiller der Bundesliga (inzwischen 14 gehalten in zehn Spielen) weiter auf, indem er das Duell mit Svitlica zum zweiten Mal an diesem Tag gewann. Und anschließend als Belohnung auch drin bleiben durfte, obwohl vorher Per Sandström tadellos gehalten hatte.

Vasilakis, der trotz krankheitsbedingtem Handicap gleich zweimal traf, baute die Führung im Alleingang auf vier Tore aus. Ohne damit aber eine Vorentscheidung herbeizuführen. Dazu war Minden an diesem Tag zu stark, als dass man sich mit einem so kleinen Puffer hätte sicher fühlen dürfen. Tatsächlich kam der Aufsteiger noch einmal zurück. Ein vergebener Strafwurf von Allendorf sowie eine Strafzeit gegen Felix Danner ließen den hart erarbeiteten Vorsprung auf 18:16 zusammenschrumpfen. Was Michael Roth die Grüne Karte zur Auszeit legen ließ.

Eine Auszeit mit positiven Folgen, denn Vasilakis, Allendorf und Danner bauten die Führung der Hausherren anschließend auf 21:16 aus. Die Vorentscheidung in diesem Spiel, weil die Defensive der Nordhessen sicher stand und fast perfekt mit dem starken Appelgren zusammenarbeitete. Zwar nährte ein Doppelschlag von Steinert kurzzeitig die Hoffnungen der zahlreich mit nach Kassel gereisten Mindener Fans. Doch trotz immer offensiverer Deckung der Gäste behielt die Mannschaft um Kapitän Patrik Fahlgren die Übersicht. Weder Dalibor Doder noch Sören Södmeier als vorgezogene Spieler einer 5:1-Formation konnten die Bartenwetzer mehr in Schwierigkeiten bringen.

Alexandros Vasilakis und Nenad Vuckovic setzten die Schlusspunkte zum anfangs mühsamen, nach der Pause dann doch verdienten Arbeitserfolg der MT gegen einen Aufsteiger, der mit der gezeigten Einstellung wohl kaum wieder zu den Absteigern zählen sollte. Arbeitserfolg hin, Pflichtsieg her – die gut 2.200 Zuschauer, die die MT ohnehin vom Start weg lautstark unterstützt hatten, belohnten die Steigerung ihrer Lieblinge im zweiten Durchgang gar mit stehenden Ovationen in den letzten zwei Spielminuten. Und der anschließend vom DJ aufgelegte Gassenhauer „Oh wie ist das schön“, stand symbolhaft auch für die Erleichterung über die beiden Punkte. Nach diesem dritten Sieg in Folge führt  Melsungens Weg weiter nach oben. Mit guten Aussichten, das inzwischen positive Punktkonto am kommenden Wochenende in einem erneuten Heimspiel gegen Göppingen (17. Dezember, 19 Uhr) weiter aufzupolstern. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel

Michael Roth: Das war das erwartet schwere Spiel, auf das wir uns die ganze Woche vorbereitet haben. Unser Motto war, über den Kampf den Rhythmus zu finden, was geklappt hat. Ob wohl es schwer war nach zwei Wochen Spielpause. Zudem war Sanikis angeschlagen, und auch Vasilakis hat sich mit einem Virus herumgeschlagen. Aber beide haben sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und Vasilakis hat in der zweiten Hälfte nochmal alles gegeben. Mir imponiert, dass meine Mannschaft mental so stark ist. Wir wollten das Spiel über die Abwehr gewinnen, was uns bei nur 21 Gegentoren auch eindeutig gelungen ist.

Ulf Schefvert: Glückwunsch an meinen Kollegen Michael Roth und seine Mannschaft. Melsungen hat sich mit der starken zweiten Halbzeit die zwei Punkte verdient. Da standen wir vor allem in der Abwehr nicht mehr so gut wie in der ersten Hälfte und sind dazu noch unter anderem durch zwei Zeitstrafen in Rückstand geraten. Aber man muss auch nach solchen Spielen versuchen das Positive zu finden. So war unser Auftritt heute schon wesentlich besser als der in Großwallstadt. In den letzten Minuten haben wir vielleicht ein wenig naiv gespielt.

Statistik

MT Melsungen: Appelgren (9 Paraden / 9 Gegentore), Sandström (11 P. / 12 G.); Stenbäcken (1), Mansson, Kubes, Fahlgren (2), Vasilakis (5), Hildebrand, Danner (1), Sanikis (1), Karipidis (9/6), Allendorf (3), Vuckovic (4).

GWD Minden: Persson (3 P. / 9 G.), Vortmann (9 P. / 17 G.); Fuchs (2), Steinert (5), Südmeier (2), Torbrügge, Tesch, Oechsler (2), Svavarsson, Schmidt (5/3), Svitlica (3), Freitag, Doder (2), Klesniks.

SR: Martin Harms (Biederitz) / Jörg Mahlich (Stendal)

Zeitstrafen: 4 – 6 (Allendorf 34:51, Danner 43:29 – Steinert 28:24, Tesch 37:42, Oechsler 39:42)

Strafwürfe: 8/6 – 6/3 (Svitlica scheitert an Appelgren, 14:33 und 34:54 Min.; Karipidis am Tor vorbei, 26:06; Schmidt scheitert an Appelgren, 32:54; Allendorf scheitert an Persson, 41:19)

Zuschauer: 2.223 in der Rothenbach-Halle, Kassel



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