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33:35 – MT bringt Champions League-Titelträger in arge Bedrängnis

malte-schroeder130916Kassel/Melsungen. Die MT Melsungen lieferte dem Champions League-Sieger einen riesigen Kampf, musste sich am Ende aber unglücklich mit 33:35 (16:19) geschlagen geben. Vor 3.219 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle spielte der HSV Handball seine individuelle Klasse aus und hatte in Joan Canellas (7 Tore) seinen treffsichersten Schützen. Die Gastgeber, bei denen Malte Schröder und Michael Allendorf ebenfalls je sieben Mal traf, enttäuschten keineswegs und hatten bis in die Schlussminute hinein ihre Chance auf wenigstens einen Punkt wie schon zum Ende der vergangenen Saison.

Mit einer Überraschung wartete der HSV schon vor dem Anpfiff auf, denn Pascal Hens stand nicht auf dem Spielberichtsbogen. Die Auflösung: der Rückraum-Recke hatte sich im Abschlusstraining am Freitag eine Adduktorenverletzung eingehandelt. Er musste ebenso passen wie auf Melsunger Seite Kapitän Nenad Vuckovic, der sich unter der Woche, ebenfalls beim Training, eine Kopfverletzung zugezogen hatte. Auf das Spiel beider hatte das aber in der Anfangsphase keine Auswirkung. Hens wurde gut vertreten durch Blazenko Lackovic, Vuckovic kam zuletzt ohnehin mehr von der Bank, um dem Spiel bei Bedarf neue Impulse zu geben.

Dafür bot die MT ihren Fans ein Novum für diese Saison: Michael Müller und Johannes Sellin brachten die Hausherren erstmals in einem Heimspiel dieser Spielzeit mit 2:0 in Front. Was Andreas Nilsson aber, nachdem zuvor seine Rückraumkollegen Lackovic und Zarko Markovic am Melsunger Abwehrblock und an Mikael Appelgren gescheitert waren, verkürzen konnte. Danach glänzten zunächst einmal die Torhüter. Sowohl Johannes Bitter (gegen Sellin) als auch Mikael Appelgren (gegen Hans Lindberg) hielten je einen Siebenmeter. Auch die erste Zeitstrafe gegen Michael Müller überstanden die Gastgeber unbeschadet. Jonathan Stenbäcken beantwortete den Ausgleich von Joan Canellas postwendend (4:3, 8.)

Aufregung in der zehnten Minute: Matthias Flohr klammerte Michael Müller, der wollte sich losmachen und traf dabei unbeabsichtigt Flohr im Gesicht. Was Domagoj Duvniak so auf die Palme brachte, dass er dem MT-Spieler ans Leder wollte. Am Ende landeten Müller und Duvnjak gemeinsam mit einer Strafe auf der Bank. Ein Vorteil für die Hanseaten, wie sich schnell herausstellte. Andreas Nilsson und Davor Dominikovic sorgten für die erste Gästeführung des Nachmittags, die Petar Djordjic kurze Zeit später auf zwei Treffer ausbaute (5:7, 12.). Melsungen ließ sich davon nicht beeindrucken. Als Patrik Fahlgren und Michael Allendorf innerhalb weniger Sekunden Hamburger Fehler mit Tempogegenstößen zum 9:9 bestraften, reagierte Martin Schwalb mit einer Auszeit.

Erfolgreich, denn seine Mannschaft agierte in der Folge wesentlich konzentrierter. Was dazu führte, dass Joan Canellas und Zarko Markovic in Unterzahl auf 10:12 stellten, und Domagoj Duvnjak, gerade von der Bank zurück, noch einen nachlegte. Zwar konnte Michael Allendorf zwei weitere Gegenstöße erfolgreich abschließen, doch prompt kam der nächste Rückschlag für die MT: Michael Müller kassierte schon nach knapp mehr als 23 Spielminuten seine dritte Zeitstrafe und sah die Rote Karte. Was der HSV clever zu nutzen verstand und, gestützt auf den starken Johannes Bitter zwischen den Pfosten bis kurz vor den Pausenpfiff auf vier Tore davon zog. Ein kluger Pass von Patrik Fahlgren auf Malte Schröder brachte drei Sekunden vor der Halbzeit wenigstens noch den sechzehnten Melsunger Treffer. Der aber nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass die Gäste ihre Anfangsnervosität komplett abgelegt hatten.

Nach dem Wechsel kam die MT zumindest im Angriff besser ins Spiel. Und hätte nicht Bitter ganz stark gegen Allendorf und Fahlgren gehalten, wären die Hausherren sicher schon früher wieder voll im Geschäft gewesen. So war es die 40. Spielminute, in der die Rothenbach-Halle Kopf stand. Jonathan Stenbäcken, Johannes Sellin und Malte Schröder hatten eine Bankstrafe gegen Joan Canellas zum 25:25-Ausgleich genutzt. Mit den Angreifern steigerte sich auch Appelgren, der zwischenzeitlich von Per Sandström abgelöst worden war. Klasse seine Parade gegen Matthias Flohr, die aber durch den anschließenden Fehlwurf von Malte Schröder leider ungekrönt blieb. Stattdessen machte Duvnjak seinen siebten Streich: 25:27 (43.).

Kurz darauf war Melsungen trotzdem wieder dran. Philipp Müller und Michael Allendorf per Siebenmeter hatten ausgeglichen, das Spiel begann vierzehn Minuten vor dem Ende abermals von vorn. Und wieder mit einem 2:0 zu Gunsten der Nordhessen. Erst vollendete Philipp Müller abermals fulminant, bevor Michael Allendorf seinen fünften Tempogegenstoß erfolgreich abschloss. Zwar verkürzte Henrik Toft Hansen, aber eine weitere Parade von Appelgren ermöglichte Anton Mansson auf Zuspiel von Philipp Müller den 30. Torerfolg seines Teams. Noch schöner das 31:29 kurz darauf, als Patrik Fahlgren dem durchbrechenden Malte Schröder genau in den Wurfarm legte, und der knallhart ins kurze Eck durchzog (51.).

Ein Doppelschlag von Henrik Toft Hansen vom Kreis holte diesmal den HSV zurück. Als Johannes Bitter den schwer zu erkennenden Wurf von Patrik Fahlgren durch die Deckung gerade so mit dem Fuß erwischte und im Gegenzug Lindberg seinen vierten Strafwurf wieder den HSV in Vorlage brachte, war die Partie an Spannung kaum noch zu überbieten. Statt den Faden zu verlieren antwortete Patrik Fahlgren mit dem nächsten Traumpass auf Malte Schröder, der von ungewohnter halblinker Position zum 33:33 einwarf (57.). Fast ein Muster ohne Wert, weil er selbst nach Jansens Tor den nächsten Versuch am Tor vorbei setzte. Doch Stenbäcken blockte Duvnjaks Wurf, Sellin sicherte den Abpraller. Und die MT machte sich auf, doch noch einen Punkt zu ergattern. Was aber ein technischer Fehler Stenbäckens im Angriff schließlich verhinderte. Mit dem Schlusspfiff markierte Hans Lindberg den letzten Treffer der Partie, der aber nur noch statistischen Wert hatte. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel

Michael Roth: Glückwunsch an Martin Schwalb und den HSV. Wir hatten gehofft, zumindest noch einen Punkt mitzunehmen, denn die Gelegenheit dazu war da. Vielleicht auch zu mehr als einem Punkt. Insgesamt haben wir ein tolles Spiel gezeigt. Aber wieder haben wir von den Torhütern nicht die Rückendeckung bekommen, wie man es gegen so einen Gegner braucht. Die Mannschaft hat in der zweiten Hälfte eine super Moral gezeigt, als sie von vier Rückstand auf zwei vor gegangen ist. Nur haben wir das leider nicht nutzen können. Ein paar naive Fehler in der Abwehr gemacht und einige einfache Tore über Außen kassiert. Auch wenn die Niederlage bitter ist, muss ich meinem Team ein großes Kompliment für das große Spiel machen. Wir müssen jetzt die gemachten Fehler analysieren und abstellen. Ich denke, dass wir dann für die Zukunft mit dieser Mannschaft gut aufgestellt sind.

Martin Schwalb: Wir freuen uns sehr, diese schwierige Prüfung erfolgreich bestanden zu haben. Vor allem können wir stolz sein, gegen diese sonst gute Abwehr auswärts 35 Tore erzielt zu haben. Wenn man die nicht in Bewegung bringt, ist kaum ein Durchkommen. Aber das haben wir heute gut verstanden. Wenn mir allerdings vorher einer gesagt hätte, dass wir hier so oft treffen, hätte ich ihn gefragt, von was er sonst noch träumt. Die vielen Gegentore kamen zustande, weil es Melsungen gut verstanden hat, auf unsere Nahtstellen zu gehen. Es war ein großer Kampf beider Mannschaften und wir sind glücklich, dass wir das bessere Ende für uns hatten.

Statistik

MT Melsungen: Appelgren (9 Paraden / 24 Gegentore), Sandström (6 P. / 11 G.); Stenbäcken (3), Mansson (1), Sellin (6/2), Kubes, Fahlgren (2), Schröder (7), Forstbauer, Hildebrand, Danner (3), P. Müller (2), Zufelde, Allendorf (7/2), M. Müller (2).

HSV Handball: Bitter (13 P. / 32 G.), Cleverly (0 P. / 1 G.); Schröder, Duvnjak (6), Jansen (1), Lackovic (2), Flohr (2), Canellas (7), Toft Hansen (4), Djordjic (3), Lindberg (5/4), Nilsson (2), Mahé, Dominikovic (1), Markovic (2).

SR: Peter Behrens (Düsseldorf) / Marc Fasthoff (Düsseldorf).

Zeitstrafen: 6 – 8 (M. Müller 5:09 9:38 23:18 – Duvnjak 9:38 18:19, Flohr 34:55, Canellas 37:58); Disqualifikation: M. Müller (3×2, 23:18).

Strafwürfe: 4/7 – 4/5 (Sellin scheitert an Bitter, 4:35 Min; Lindberg scheitert an Appelgren, 5:10; Allendorf an die Latte, 14:25; Allendorf scheitert an Bitter, 19:24).

Zuschauer:3.219 in der Rothenbach-Halle, Kassel

 



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