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Hephata Diakonie eröffnet „Haus im Burggarten“

hephata-breitenbach150209Breitenbach/Schwalmstadt. Mit Mitte 50 ins Seniorenheim? Das kann nicht gut sein. Deshalb hat die Hephata Diakonie ein Konzept entwickelt, das Menschen, die in recht jungen Jahren pflegebedürftig werden, eine sinnvolle Perspektive bietet. Im osthessischen Breitenbach am Herzberg ist ein neues Zuhause für 36 Menschen entstanden, die neben einer seelischen Behinderung, einer chronisch psychischen Erkrankung und/oder einer Abhängigkeitserkrankung zudem einen Pflegebedarf haben. Am heutigen Montag, 9. Februar, ist das Haus offiziell eröffnet worden.

Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen und/oder mit psychischen Krankheiten werden mitunter schon in jungen Jahren pflegebedürftig. Weil Einrichtungen der Eingliederungshilfe für diese Menschen in der Regel nicht die notwendigen pflegerischen Dienste bereithalten können, bleibt im Zweifel nur ein Seniorenheim. Doch dort wiederum ist das Umfeld nicht auf jüngere Menschen und auf die besonderen Anforderungen an die Arbeit mit abhängigkeits- und/oder psychisch kranken Menschen eingestellt. Deshalb hat die Hephata Diakonie ein Konzept entwickelt, das die besonderen Bedarfe an Pflege und Eingliederungshilfe kombiniert. Mit dem neuen „Haus in Burggarten“ schließt Hephata eine Versorgungslücke und bietet bis zu 36 Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren neue Perspektiven in einem neuen Zuhause.

Rund 3,8 Millionen Euro Baukosten und mehrere Jahre der Planung sind dem Tag der Eröffnung vorausgegangen. Umso größer war die Freude bei den beteiligten Kooperationspartnern darüber, dass nun in den nächsten Wochen endlich die ersten Menschen in das „Haus im Burggarten“ einziehen können.

Hessens Sozialminister Stefan Grüttner lobte die Hephata Diakonie für ihre konzeptionelle Innovationskraft. Dass die Hephata-Mitarbeitenden fachlich auf sehr hohem Niveau arbeiten, sei für ihn keine Frage. Nach der Eröffnungsfeier komme es mit der Belegung des neuen Wohnpflegeheims nun zusätzlich zu den „handwerklichen Fähigkeiten“ auf das Menschliche, auf Empathie an – und auch darauf bezogen mache er sich bei dem Träger Hephata keine Sorgen, betonte der Staatsminister.

Dr. Andreas Jürgens, Erster Beigeordneter des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, brachte seine besondere Freude darüber zum Ausdruck, dass Hephata mit dem neuen Angebot auch bei der Personalgewinnung neue Wege gehe: „Für die Hauswirtschaft ist die Schaffung von mehreren Stellen für betriebsintegrierte Beschäftigungsplätze aus Ihren Werkstätten für behinderte Menschen geplant. Damit erhalten Menschen eine Chance, außerhalb der Werkstätten Erfahrungen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu sammeln.“

Dr. Karl-Ernst Schmidt, Landrat des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, nahm Bezug auf die langjährige Arbeit Hephatas in der Gemeinde Breitenbach. „Hephata ist Teil des Dorfes und seine Arbeit wird mit großem Interesse, aber auch mit großem Wohlwollen begleitet.“ Die Menschen, die in den Einrichtungen Hephatas leben und arbeiten, seien Teil der dörflichen Gemeinschaft. „Wir, Kreis und Gemeinde, sind Hephata sehr verbunden für diese Arbeit“. Mit der neuen Einrichtung schaffe Hephata ein Zuhause für 36 Menschen, die dadurch wieder Hoffnung schöpfen könnten.

Volker Jaritz, Bürgermeister der Gemeinde Breitenbach am Herzberg, nannte das neue Haus ein „Alleinstellungsmerkmal nicht nur für Breitenbach, sondern auch für den Landkreis“. Hephata genieße in der Region ein hohes Ansehen. „Engagierte, vom optimalen fachlichen Können getragene Fürsorge, Betreuung und Pflege sind die besonderen Qualitätsmerkmale des Hauses Hephata“, betonte Jaritz. Die Gemeinde Breitenbach wolle der Hephata Diakonie auch weiterhin ein verlässlicher Partner bleiben. „Unsere Gemeinde steht für Inklusion, wir werden auch weiterhin die Menschen, die hier bei Hephata Begleitung erfahren, in die dörfliche Gemeinschaft inkludieren.“

Das bauliche Konzept unter der Überschrift „Haus statt Heim“ erläuterte Architekt Felix Wächter. Der eingeschossige Baukörper sei „teppichartig vielfach gegliedert“, so dass einzelne Hauseinheiten ablesbar werden und der Charakter eines Heims vermieden werde. An der Zahl gibt es vier Hauseinheiten oder auch Wohngruppen, in denen je neun Menschen leben können. Alle Zimmer haben einen direkten Zugang zu einer eigenen Terrasse und sind komplett verglast. In jeder Wohngruppe gibt es einen Gemeinschafsraum mit Küche, außerdem gibt es einen zentralen Begegnungs- und Kommunikationsraum, in dem auch die Eröffnungsfeier stattgefunden hat.

Begonnen hatte der kleine Festakt mit einer Andacht, gestaltet von Christian Wachter, Dekan des Kirchenkreises Ziegenhain. Zwischen den Redebeiträgen gab es musikalische Darbietungen und im Anschluss an das Programm nutzten viele der Gäste die Gelegenheit zu Rundgängen durch die neuen Räume.

Für den Hephata-Vorstand bedankte sich Peter Göbel-Braun, der auch durch das Programm der Eröffnungsfeier führte, bei den verschiedenen Kooperationspartnern. Nach innen gerichtet hob er besonders das Engagement des Geschäftsbereichsleiters der Sozialen Rehabilitation, Kurt Dörrbeck, sowie den Einsatz der künftigen Einrichtungsleiterin des Hauses im Burggarten, Astrid Horny, hervor.

Horny erläuterte in ihrer Rede die Zielsetzung des Hauses bezogen auf seine künftigen Bewohner. Sie betonte, dass die Einrichtung ein offenes Haus sein werde. „Interessierte Gäste und die Bewohner der Gemeinde sind uns willkommen. Ein Café repräsentiert diese Willkommenskultur.“ Ganz in diesem Sinne ist auch ein Tag der offenen Tür gedacht, zu dem die Hephata Diakonie am Freitag, 20. Februar 2015, ab 13 Uhr herzlich einlädt. (red)

 



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