Fast eine Milliarde für die Landesstraßen
Wiesbaden. Hessen stellt bis 2030 nahezu eine Milliarde Euro für den Erhalt und die Modernisierung seiner Landesstraßen bereit. Mit einem neuen Erhaltungsprogramm, 333 prioritären Maßnahmen und einem klaren Fokus auf Verkehrssicherheit und Wirtschaftlichkeit soll das bestehende Netz fit für die Zukunft gemacht werden – besonders im ländlichen Raum.
Rund 450 km Landesstraßen werden erneuert
Das Land investiert in den kommenden Jahren insgesamt rund 850 Millionen Euro in den Landesstraßenbau. Ergänzend fließen aus dem Sondervermögen des Bundes bis 2028 weitere 140 Millionen Euro, vor allem für die Instandsetzung von Brücken und Ingenieurbauwerken. Damit steht insgesamt fast eine Milliarde Euro für sichere Straßen und leistungsfähige Brücken zur Verfügung. Der Schwerpunkt liegt klar auf der Sanierung des bestehenden Netzes.
Kernstück ist das neue Erhaltungsprogramm mit 383 Millionen Euro für 333 prioritäre Maßnahmen, mit denen bis 2030 rund 450 Kilometer Landesstraßen erneuert werden sollen. Grundlage der Planung ist eine weiterentwickelte Dringlichkeitsbewertung, die Verkehrssicherheit und Wirtschaftlichkeit stärker gewichtet.
Ländliche Regionen sollen profitieren
Wirtschafts- und Verkehrsminister Kaweh Mansoori betonte, dass viele Menschen täglich auf gut befahrbare Straßen angewiesen seien – ob auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zu medizinischen Einrichtungen. „Wir investieren dort, wo der Bedarf am größten ist“, so Mansoori. Besonders belastete Strecken und ländliche Regionen sollen gezielt profitieren.
Neben dem großen Erhaltungsblock sind weitere Mittel vorgesehen:
• 177 Millionen Euro für Brücken und Ingenieurbauwerke
• 114 Millionen Euro für Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit
Die Investitionen zeigen bereits Wirkung: Laut Zustandserfassung 2024 hat sich die Straßensubstanz seit 2020 um 4,2 Prozent verbessert. Schon heute fließen 97 Prozent der Landesmittel in Erhaltungsmaßnahmen.
Schwerpunkt Ortsdurchfahrten
Für das neue Programm wurden rund 2.000 potenzielle Maßnahmen bewertet. Die Verkehrssicherheit bleibt mit 40 Prozent das wichtigste Kriterium. Die Gewichtung der Wirtschaftlichkeit steigt deutlich – von 10 auf 28 Prozent. Damit rücken Strecken mit hohem Schwerverkehr und Straßen im ländlichen Raum stärker in den Fokus.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Ortsdurchfahrten, die häufig gemeinsam mit Kommunen saniert werden. Dabei können gleichzeitig Ver- und Entsorgungsleitungen sowie Glasfaser erneuert werden – ein Vorteil für Anwohnerinnen und Anwohner, da Baumaßnahmen gebündelt werden.
„Gemeinsam machen wir Hessen mobil“
Torsten Bertram, Abteilungsleiter Mobilität und Radverkehr bei Hessen Mobil, begrüßte die zusätzlichen Mittel ausdrücklich. Die regionalen Teams seien gut vorbereitet und motiviert, die Projekte zügig umzusetzen.
Minister Mansoori unterstrich die Bedeutung einer transparenten und nachvollziehbaren Priorisierung: „Verantwortungsvolle Infrastrukturpolitik bedeutet, klare Prioritäten zu setzen. Wir investieren dort, wo der Handlungsbedarf am größten ist.“




