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Jugendhilfe der Hephata Diakonie startet Pilotprojekt

juhi-projekt-hephataSchwalmstadt-Treysa. Ein im Schwalm-Eder-Kreis bislang einmaliges Projekt startete die Jugendhilfe der Hephata Diakonie Anfang August. In das Wohnhaus im Horschmühlenweg 12 in Schwalmstadt-Treysa ziehen dann Kinder und Jugendliche ab fünf Jahren, die weder zu Hause noch in einer Pflegefamilie oder einer Familie mit professioneller Bezugsperson leben können. Das besondere an der stationären Einrichtung ist, dass diese auch verschiedene ambulante Hilfebausteine anbietet.

Tim (Name von der Redaktion geändert) ist zehn Jahre alt und lebt im Landkreis Fulda. Er hat eine hochgradige Ausprägung des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms (ADS). Zu Hause läuft es gut, in der Schule nicht. In seiner Region gibt es keine entsprechende Förderschule, die nächste staatliche Schule zur Erziehungshilfe ist in Wabern. Tims Vater interessierte sich deswegen für die neue Wohngruppe der Hephata Jugendhilfe im Horschmühlenweg 12, auch weil sie die Nähe zur Förderschule Hephata bietet. „Wir haben derzeit viele Anfragen von Eltern, deren Kinder ADS oder ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) haben“, sagt Wohngruppenleiterin und Diplom-Sozialpädagogin Bettina Götz. Andere potentielle Klienten können Kinder sein, die in ihrer Familie Gewalt, Missbrauch oder Drogensucht erfahren haben.

Die meisten haben bereits ambulante Hilfen oder Angebote von Tageskliniken in Anspruch genommen, bevor die stationäre Wohngruppe für sie in Frage kommt. „Dank der Vernetzung von mehreren Hilfen aus einer Hand können wir eine ganz individuelle Betreuung anbieten“, sagt Bettina Götz (33) und diese auch hessenweit. Die Hilfe beschränkt sich zudem nicht auf die Kinder und Jugendlichen, sondern findet auch in Form von Elternberatung, Elterntraining und sozialpädagogischer Familiendiagnostik statt. „Es macht keinen Sinn, nur den Symptomträger zu stabilisieren“, so Götz.

Neun Plätze, in Einzel- und Zweitbettzimmern, stehen in der Wohngruppe zur Verfügung, vier sind bereits belegt, derzeit laufen weitere Anfragen von Jugendämtern. Zusätzlich zu den Zimmern der Kinder und Jugendlichen gibt es ein Gäste-Appartement. Dieses können beispielsweise Eltern nutzen, um ihre Kinder zu besuchen. Diese werden ab einem Alter von fünf Jahren bis zum Ende der Schulzeit in der Wohngruppe aufgenommen und leben dort in der Regel für längere Zeit. „Ein Ziel kann die Rückführung in die Familie sein. Oder überhaupt erstmal einen gesunden Elternkontakt herzustellen“, erklärt Bettina Götz. Dafür steht rund um die Uhr ein Team aus zwei Diplom-Pädagogen, zwei Sozialpädagogen, einer Sozialpädagogin im Studium, die ausschließlich mit der gezielten nachmittäg­lichen Hausaufgabenbetreuung befasst sein wird, sowie einer Hauswirtschafterin zur Verfügung. Weitere Stellen sollen noch besetzt werden.

Bewährt hat sich das Konzept in ähnlicher Form bereits in der angrenzenden Wohngruppe im Horschmühlenweg 18. Diese wurde vor anderthalb Jahren gegründet. Auch dort werden nicht nur die Kinder betreut, sondern auch die Eltern einbezogen. „Es hat dort bislang keinen Hilfeabbruch, den die Eltern veranlassen könnten, gegeben. Das hat auch viel mit der Elternarbeit zu tun.“ (me)



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