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Fachkräftesicherung hat Priorität

Online-Ausbildungsumfrage: Ergebnisse aus dem IHK-Bezirk Kassel

Kassel. „Für Unternehmen ist es grundsätzlich schwieriger geworden, geeigneten Nachwuchs zu finden“, nennt Jürgen Peters, Geschäftsführer des Bereichs Aus- und Weiterbildung der IHK Kassel, ein Ergebnis der regionalen Auswertung der bundesweiten Online-Ausbildungsumfrage der Industrie- und Handelskammern. 154 Unternehmen aus dem Bezirk der IHK Kassel stimmten im Februar ab (Hessen: 1000, Bund: 15.333), im Vorjahr waren es 118 Betriebe. Die Bundesergebnisse wurden am heutigen Vormittag vorgestellt. 76,6 Prozent der befragten Unternehmen aus dem Kasseler Kammerbezirk  konnten die von ihnen angebotenen Ausbildungsplätze besetzen (Vorjahr: 80 Prozent). Wesentliche Ursachen für den Rückgang: Keine geeigneten Bewerber für die freien Plätze beziehungsweise das Ausbleiben von Bewerbungen, berichten fast zwei Drittel der antwortenden Unternehmen. Als Ausbildungshemmnis identifizierten 72,7 Prozent der Betriebe die mangelnde Ausbildungsreife von Schulabgängern (Vorjahr: 67,8 Prozent). „Ein erneuter deutlicher Anstieg dieser für eine erfolgreiche Ausbildung so wichtigen Eigenschaft“, bilanzierte Peters. „2007 lag der Wert noch bei 57,4 Prozent.“

Eklatante Mängel bei der Ausbildungsreife machen die Betriebe aus dem IHK-Bezirk Kassel insbesondere bei den elementaren Rechenfähigkeiten aus (64,4 Prozent; Hessen: 55 Prozent). Danach folgen Disziplin, Leistungsbereitschaft und Motivation sowie mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen. Über die Hälfte der Unternehmen versucht durch ein betriebliches Nachhilfeangebot bestehende Scharten auszuwetzen.

Die Betriebe im IHK-Bezirk Kassel spüren die rückläufigen Schulabgängerzahlen – etwa jeder Zweite der Antwortenden registrierte keine rückläufigen Bewerberzahlen. Dabei ist die Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt ungefähr gleich geblieben. „Die Betriebe reagieren nun schon mit vielfältigen Maßnahmen, um bereits jetzt geeignete Auszubildende als Fachkräftenachwuchs zu gewinnen“, schildert Peters. Fast jeder dritte der befragten Betriebe kooperiert mit Schulen. Im Instrumentenkasten liegen des Weiteren unter anderem das Optimieren des Ausbildungsmarketings, Angebote für lernschwache Bewerber sowie das Erschließen neuer Bewerbergruppen.

Haben junge Menschen einen Ausbildungsplatz ergattert, stehen die Übernahmechancen nicht schlecht. Rund 61 Prozent der befragten Ausbildungsbetriebe wollen mindestens die Hälfte ihrer ausgelernten Auszubildenden übernehmen. Für gut jeden zweiten Firmeninhaber gibt die wirtschaftliche Lage des Unternehmens den Ausschlag für die Entscheidung zur Übernahme. 63,6 Prozent der befragten Unternehmen möchten ihr Ausbildungsplatzangebot 2010 konstant halten (Vorjahr: 67,7 Prozent), 14,7 Prozent das Angebot erhöhen (Vorjahr: 12,5 Prozent). „Den Fachkräftenachwuchs zu sichern hat wesentlich höheren Einfluss auf die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen als deren Geschäftserwartungen“, sagt der IHK-Geschäftsführer. Nur 3,9 Prozent der Antwortenden ist eine Ausbildung zu teuer.

Die Lücken, die Fachkräfte wegen ihres altersbedingten Ausscheidens im Betrieb hinterlassen, sollen zu rund 60 Prozent über betriebliche Weiterbildung geschlossen werden – zu etwa 40 Prozent über den Arbeitsmarkt. Der Schwerpunkt der beschäftigungssichernden Weiterbildung liegt in der aktuellen wirtschaftlichen Situation auf berufsspezifischen Fähigkeiten, Fachwissen sowie sozialen und persönlichen Kompetenzen.

Hintergrund: Stimmungsbarometer Online-Umfrage
Seit 2006 führte die IHK-Organisation eine bundesweite Online-Umfrage durch. Dies erweist sich durch den frühen Befragungszeitpunkt im Februar als wichtiges Stimmungsbarometer für die Entwicklung des Ausbildungsmarkts. Die befragten Unternehmen gehören verschiedenen Branchen an. Einen besonders hohen Rücklauf gab es im IHK-Bezirk Kassel aus der Industrie (ohne Bau) mit 34,4 Prozent, sonstigen Dienstleitungen mit 27,3 Prozent und dem Handel mit 20,1 Prozent. 85,7 Prozent der antwortenden Unternehmen sind Ausbildungsbetriebe. (red)



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