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Jan Ullrich siegt bei Landesmeisterschaften im Mehrkampf

Stadtallendorf/Melsungen. Den Teilnehmern der MT 1861 Melsungen war nach den Wettkämpfen die Freude am Gesicht abzulesen, denn die acht Starter sicherten sich bei den hessischen Hallen-Mehrkampfmeisterschaften des HTV in Stadtallendorf eine Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen sowie einen fünften und zwei sechste Plätze. Der Paukenschlag aus heimischer Sicht erfolgte erst zum Ende der Veranstaltung, denn mit dem letzten Sprung holte sich Jan Ullrich die Mehrkampfkrone bei den Schülern.  Der Laie staunte, der Fachmann wunderte sich:  Jan Ullrich kam, sah und siegte mit glänzenden 1.533 Punkten. Damit katapultierte er sich nicht nur an die Spitze der Landesbestenliste, sondern gehört auch für die Freiluft-Mehrkampfmeisterschaften, die im Juni in Neu-Isenburg ausgetragen werden, in den Kreis der heißen Medaillenanwärter.

Nach einer langen Verletzungspause feierte der 14-Jährige in Stadtallendorf einen seiner größten Erfolge. Nachdem er nicht nur auf die Kreis- und Nordhessischen Hallenmeisterschaften verzichten musste, sondern auch bei den Landes-Hallenmeisterschaften in Frankfurt nicht an den Start gehen konnte, sorgte Jan Ullrich für eine „Wiederauferstehung“ und überraschte zum Auftakt seines Dreikampfes bereits im Kugelstoßen, wo er mit 10,83 Meter im Kugelstoßen einen neuen Hausrekord aufstellen und sich mit 504 Punkten an die Spitze der Konkurrenz setzen konnte. Lokalmatador Ali Yüksel sicherte sich mit 10,16 Meter (476 Punkte) den zweiten Platz.

Beim Sprint über 60 Meter erzielte Victor Wolf (Stadtallendorf) mit 7,78 Meter zwar die schnellste Zeit, doch der Sprinter blieb im Kugelstoßen mit 5,99 Meter fast fünf Meter hinter Jan Ullrich zurück.  Der neue hessische Mehrkampfmeister legte die 60 Meter in 8,15 Sekunden zurück und hatte nach zwei Wettbewerben 998 Punkte auf dem Konto. Ali Yüksel blieb mit 7,96 Sekunden hinter den Erwartungen zurück und lag dennoch nur einen Punkt hinter dem Melsunger zurück, so dass der abschließende Weitsprung die Entscheidung bringen musste.

Während Jan Ullrichs Steigerung im Kugelstoßen schon kaum noch nachvollziehbar war, versetzte sein letzter Weitsprung auch das Fachpublikum in Staunen, denn während Ali Yüksel 5,21 Meter vorgelegt hatte, zeigte Jan Ullrich bei seinen ersten beiden Sprüngen „Nerven“.  Zweimal hatte er große Probleme mit seinem Anlauf, so dass er fast drei Meter vor dem Brett zum Absprung ansetzte. So  musste sein letzter Sprung die Entscheidung bringen. Die Betreuer der Konkurrenten waren sich sicher, dass Jan Ullrich auch diesen Sprung wegen der hohen Nervenbelastung ebenfalls nicht ausführen könnte.  Aber der 14-Jährige konzentrierte sich lange, lief energisch wie ein Sprinter an und traf den Absprungbalken ideal. Leider fasste er nach der Landung mit der rechten Hand nach hinten, so dass er wertvolle Zentimeter verschenkte.  Als der Kampfrichter-Obmann die Weite von 5,40 Meter vom Bandmaß ablas, war allen Anwesenden klar, dass der neue hessische Schüler-Mehrkampfmeister Jan Ullrich heißt.  Mit 1.533 Punkten setzte er sich vor den beiden Schülern aus Stadtallendorf,  Ali Yüksel (1.514 Punkte) und Leon Martin (1.504 Punkte) durch. Die Spannung war dem Melsunger Gesamtschüler vor dem Weitsprung anzumerken, die Entspannung nach dem letzten Sprung ebenfalls. Mit seiner Punktzahl von 1.533 Punkten hat er die Meßlatte auch für sich selbst sehr hoch gelegt. Was das Ergebnis von Stadtallendorf wert ist, muss sich bei den kommenden Freiluftwettkämpfen zeigen.

Bereits am Morgen gab es bei den Frauen und der weiblichen Jugend A eine faustdicke Überraschung, denn Sophia Köhler und die A-Jugendliche Viktoria Mand, die zunächst niemand auf der Rechnung hatte, sicherten sich nach einem spannenden Wettkampf jeweils die Vize-Hessenmeisterschaft. Sophia Köhler begann mit 4,19 Meter im Weitsprung, sprintete die 60 Meter als schnellste der angetretenen Frauen in 9,03 Sekunden und durfte sich anschließend auch noch über ihre neue persönliche Bestweite im Kugelstoßen freuen, die nun bei 7,64 Meter steht. Am Ende hatte die Studentin 1.275 Punkte gesammelt und lag damit hinter Anke Kracke (LC Steinbach) nur 79 Punkte zurück.  War schon der geringe Abstand auf die Hessenmeisterin beachtlich,  so kam der zweite Platz  und somit der Gewinn der Silbermedaille vor Martina Onderka aus Hattenrod (1.214 Punkte) noch überraschender.

Viktoria Mand, die als jüngste A-Jugendliche an den Start ging, verschenkte im Weitsprung wertvolle Punkte, die ihr in der Endabrechnung fehlten.  Die 17-Jährige trat ihren ersten Sprung von 4,60 Meter nur hauchdünn über und lief bei ihrem zweiten Versuch wegen Anlaufschwierigkeiten über den Absprungbalken. So musste sie im dritten und letzten Durchgang einen Sicherheitssprung ausführen und verschenkte mehr als 40 Zentimeter beim Absprung. Ihre Leistung von 4,21 Meter brachten ihr 460 Punkte ein, so dass sie knapp 60 Zähler auf die Konkurrenz einbüßte.

Beim Sprint über 60 Meter lief Viktoria Mand mit 9,00 Sekunden eine ansprechende Zeit und hatte nach zwei Wettbewerben 908 Punkte gesammelt.  Da bekannt war, dass die Führende Alina Genz aus Stadtallendorf im Kugelstoßen große Schwierigkeiten hatte, um die Acht-Meter-Marke zu erreichen, benötigte Viktoria Mand in der dritten Disziplin einen Vorsprung von mehr als drei Meter. Nachdem sie ihren ersten Versuch aus dem Stand ausführte und mit 9,64 Meter ihre derzeit glänzende Form andeutete, spielten ihr bei den anderen beiden Versuchen die Nerven einen Streich. So gab es für sie keine Verbesserung mehr, so dass sie die 1.366 Punkte sammeln und sich die Silbermedaille vor Caroline Winter (SG Enkheim) sichern konnte. Der Hessenmeistertitel ging mit 1.413 Punkten an A. Genz, die zum Abschluss nur 7,45 Meter erreichte. „Schade, dass ich beim Weitsprung 60 Punkte verloren hatte und im Kugelstoßen die angepeilten zehn Meter nicht erreichen konnte“, sagte eine dennoch glückliche Viktoria Mand bei der Siegerehrung.

Im Dreikampf der weiblichen Jugend B meldete sich auch wieder Katharina Wagner zurück, die in letzter Zeit häufig von Erkältungen geplagt wurde.  Bereits im Kugelstoßen steigerte sie ihre Bestweite um über einen Meter und erhielt für ihre 8,75 Meter aus dem Stand gestoßen genau 421 Punkte.  Stefanie Klein, die zweite Vertreterin der MT 1861 Melsungen in dieser Alterklasse kam auf  8,36 Meter und wurde mit 405 Punkten belohnt. In dieser Auftaktübung war bereits die Entscheidung im Dreikampf gefallen, denn die beiden Mädchen aus Dillenburg,  Laura Jokeit (11,96 Meter) und Selina Bernhardt (11,38 Meter) hatten sich einen Vorsprung von über 120 Punkte erarbeitet und zeigten als Doppelsiegerinnen den übrigen  zehn Mehrkämpferinnen bis zum Schluss die Hacken.
Im Weitsprung ließ Katharina Wagner nach einem ungültigen Sprung einen Sicherheitssprung von 5,27 Meter folgen.  Allerdings trat sie ihren dritten Sprung wieder nur hauchdünn über, so dass sie nach zwei Wettbewerben mit 998 Punkten hinter L. Jokeit (1.119 Punkte) und S. Bernhardt (1.115 Punkte) auf Rang drei in der Liste zu finden war.

Stefanie Klein zeigte drei mustergültige Sprünge und konnte mit 4,96 Meter ihre guten Trainingsergebnisse fast erreichen und lag mit 950 Punkten überraschend auf Rang sechs. Im abschließenden 60 Meter-Sprint lief Katharina Wagner mit 8,39 Sekunden (520 Punkte) an diesem Tag die zweitschnellste Zeit aller weiblichen Teilnehmer. Aber mehr als der Gewinn der Bronzemedaille war nicht mehr drin.  Als das Ergebnis von 1.518 Punkten bekannt gegeben wurde, hatte sie noch einen weiteren Grund zur Freude, denn mit dieser Punktzahl verbesserte sie den bisherigen Kreis-Hallenrekord (1.440 Punkte) von Lisa Eckardt (LG Remsfeld-Wabern), die vier Jahre vorher bei diesen Landes-Titelkämpfen  8,50 Sekunden sprintete, 5,19 Meter weit sprang und 7,48 Meter im Kugelstoßen erzielte, um genau 78 Punkte.  Stefanie Klein belegte mit 1421 Punkten den sechsten Platz und hatte dabei  einen Zähler mehr als Chiara Nickel aus Glauberg.

Für die zweite Bronzemedaille aus MT-Sicht zeichnete sich Janina Rohde im Dreikampf der Schülerinnen verantwortlich.  Die 14-Jährige, die seit Jahresbeginn in Leipzig ein Sportinternat besucht,  blieb im 60 Meter-Sprint mit 9,24 Sekunden hinter den Erwartungen zurück. Aber nach dem Sprint begann ihre fulminante Aufholjagd, denn mit 422 Punkten lag sie nach dem ersten Wettbewerb nur auf Rang sieben. Aber im Weitsprung machte sie mit 4,38 Meter einige Punkte gut und arbeitete sich nach zwei Wettbewerben mit 902 Punkten auf Rang fünf vor. Im abschließenden Kugelstoßen demonstrierte die amtierende deutsche Schülermeisterin im Schleuderballwerfen ihre ganz Klasse.  Mit 11,21 und 11,23 Meter  – gestoßen aus dem Stand  –  erreichte sie hinter der neuen hessischen Schüler-Mehrkampfmeisterin Kaja-Marie Jung aus Dillenburg, die auf 11,35 Meter kam, die zweitbeste Weite.  Leider mußte der letzte Stoß von Janina Rohde, der aus der Bewegung gestoßen wurde, ungültig gegeben werden, weil sie den Kugelstoßring verließ, obwohl die Kugel noch nicht den Boden berührt hatte. Technisch noch stark verbesserungsfähig landete die 3kg-Gummikugel in der Nähe von  12,30 Meter.  Aber es ist nur eine Frage der Zeit, wann die explosive Internatsschülerin Weiten zwischen 12 und 13 Meter stoßen wird.  Am Ende hatte sie mit 1.422 Punkten nur drei Punkte Rückstand auf die Vizemeisterin Jasmin Kapaun aus Hartenrod.

Bei der männlichen Jugend B zeigten Michael Hiob und Sebastian Ludwig einen ausgeglichenen Dreikampf. Im Weitsprung lag Sebastian Ludwig mit  5,49 Meter nach dem ersten Wettbewerb überraschend auf Rang drei. Auch Michael Hiob erzielte mit 5,39 Meter eine persönliche Bestweite und belegte mit 534 Punkten, nur zehn Zähler Rückstand auf seinen Trainingspartner, Rang vier.  Nach dem Sprint tauschten die beiden Melsunger Starter ihre Plätze, denn während Michael Hiob nach seinen 8,26 Sekunden auf 1.012 Punkte kam, wurde Sebastian Ludwig (8,50 Sekunden) mit 990 Punkten in der Liste geführt.

Beim abschließenden Kugelstoßen hatten beide Melsunger Vertreter nichts mehr zu bestellen. Hannes Drescher vom TSV Krofdorf-Gleiberg wuchtete die 5kg-Kugel auf 16,02 Meter und bekam dafür die Tageshöchstpunktzahl von 696 Punkten. Auch Andreas Nimmerfroh, der Vorjahressieger in der Schülerklasse stieß mit 13,36 Meter eine vorzügliche Weite.  Michael Hiob erreichte 9,64 Meter und erhielt dafür 454 Punkte. Am Ende kam der Melsunger Gesamtschüler mit 1466 Punkten auf Rang fünf. Sebastian Ludwig kam mit 8,13 Meter (385 Punkte) in die Wertung und landete mit 1375 Punkten auf Rang sechs. Auch wenn die beiden B-Jugendlichen im Kugelstoßen noch Defizite hatten, bedeuten die Bestleistung im Weitsprung sowie ihre  Sprintzeiten eine gute Basis für die Sommersaison. (ajw)



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