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MT gelingt kleine Sensation gegen Flensburg/Handewitt

Kassel/Melsungen. Nach 13 vergeblichen Anläufen hat es endlich geklappt: die MT Melsungen trotzte dem klaren Favoriten SG Flensburg-Handewitt vor 2.696 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle in einer wahren Energieleistung ein 32:32 (16:17) ab und errang damit den ersten Zähler gegen die Nordlichter in sieben gemeinsamen Bundesliga-Jahren. Dabei standen die Nordhessen sogar verdient ganz dicht vor einer noch größeren Überraschung, wie Flensburgs Trainer Ljubomir Vranjes anschließend bekannte. Nachdem es drei Tage vor dem Spiel noch so aussah, als sollten beiden Seiten stark ersatzgeschwächt in die Partie gehen, bekamen die Norddeutschen den bei ihnen grassierenden Magen-Darm-Virus noch rechtzeitig in den Griff. Sowohl die Außen Lasse Svan Hansen und Anders Eggert, als auch Lars Kaufmann standen schließlich doch in der Anfangsformation. Während auf MT-Seite die Verletzten Michael Allendorf, Anton Mansson und der Ex-Flensburger Patrik Fahlgren erwartungsgemäß fehlten.

Doch die Zuschauer kamen in den Anfangsminuten aus dem Staunen kaum heraus. Vor allem die linke Angriffsseite der Nordhessen mit Christian Zufelde und Kapitän Nenad Vuckovic wirbelte die SG-Deckung mächtig durcheinander. Und weil sich am Kreis Felix Danner von der Spiel- und Einsatzfreude seiner Mitspieler anstecken ließ, führte Melsungen durch Tore ausschließlich dieses Trios nach 13 Minuten mit 7:6. Wobei gerade Danner auch in der Abwehr eine Bank war. Gleich zweimal blockte er Würfe von Lars Kaufmann und hielt die Deckung prima zusammen.

Von der Defensive der Flensburger, eigentlich die Stärke des Tabellen-Vierten, war bis dahin nicht viel zu sehen. Ohne Michael Knudsen, der nach seiner Muskelverletzung entgegen der Ankündigung von Vranjes vorerst wieder nur im Angriff eingesetzt wurde, fehlte es an Bindung im Innenblock. Tobias Karlsson, der hinten den Part des Dänen übernahm, konnte ihn nicht ersetzen. Ein Umstand, den vor allem Vuckovic weidlich nutzte. Auch weil Michael Schweikardt fein mitspielte und ihm die Mitte immer wieder frei machte. Als direkte Folge der Löcher im Verteidigungsblock sah auch Sören Rasmussen im Tor kein Land. Eine einzige Parade in der neunten Minute bei einem Vuckovic-Wurf durfte er sich gutschreiben lassen, bevor er in der 23. Minute den Platz zunächst für Mattias Andersson frei machte, um seinen jedoch noch glückloseren Kollegen Mitte der zweiten Hälfte schließlich wieder abzulösen.

Zum Zeitpunkt des ersten Wechsels hatte Alexandros Vasilakis gerade zum 11:11 vollstreckt. Das einzige Tor des Griechen vor der Pause. Der hatte seine starken Szenen vor der Pause fast ausschließlich vor dem eigenen Kreis, wo weder Lars Kaufmann, noch nach dessen Auswechslung Petar Djordjic gegen ihn zum Zuge kam. Ganze zwei Treffer verbuchte Flensburg von dieser sonst so ergiebigen Position. Und auch Savas Karipidis beschränkte sich eher darauf, Anders Eggert ins Leere laufen zu lassen – ebenfalls erfolgreich. Die linke Seite erledigte die Offensive, die rechte machte mit zunehmend besserer Unterstützung von Per Sandström im Tor defensiv dicht. Das war das Erfolgsrezept der Melsunger vor der Pause.

Zwei kritische Momente hatten die Hausherren dennoch zu überstehen. Den ersten, als der Favorit beim 11:13 durch Lasse Svan Hansens Tempogegenstoß nach langem Pass des eingewechselten Andersson erstmals mit zwei Treffern in Vorlage ging. Den zweiten, als Savas Karipidis in der 28. Minute nach einem Eggert-Foul unglücklich fiel, sich am rechten Fuß verletzte und das Spielfeld verlassen musste. Doch beide Schläge steckte das Team klaglos weg.

Es war zu erwarten, dass Ljubomir Vranjes auf die starke Vorstellung von Nenad Vuckovic reagieren würde. Als Sofortmaßnahme verstärkte nun doch Knudsen den Innenblock und verriegelte damit praktisch die Mitte. Dazu löste Kaufmann wieder Djordjic ab, der keine Impulse hatte setzen können, und versenkte gleich seinen ersten Versuch der zweiten Hälfte sicher zum 16:18. Dass es trotzdem nicht zur erhofften Dominanz reichte war Melsungens Trainer Michael Roth zu verdanken. Und Christian Zufelde natürlich. Der war nämlich von seinem Coach als Sonderbewacher für Holger Glandorf abkommandiert worden, nachdem dieser im ersten Durchgang gleich sechs Mal eingelocht hatte. Mit Erfolg: der quirlige Youngster meldete den Nationalspieler fast völlig ab. Darüber hinaus glänzte er auch als Torschütze und stellte den sofortigen Anschluss wieder her.

Wie zu Beginn die linke, so war es nach der Pause die rechte Seite der Melsunger, die den Nordlichtern das Leben schwer machte. Vasilakis war offensiv überhaupt nicht mehr wieder zu erkennen und wurde prima unterstützt von Christian Hildebrandt als Karipidis-Ersatz. Die fünf nächsten Treffer gingen auf das Konto dieser beiden. Wobei Vasilakis für die fulminanten Rückraumkracher zuständig war, Hildebrandt dagegen mit viel Übersicht glänzte und mit seinem frechen Heber in der 39. Minute zum 22:22 für einen der schönsten Treffer des Abends sorgte. Die Bartenwetzer waren also längst wieder dran und keineswegs bereit, auch nur einen Zentimeter Hallenboden zu verschenken.

Neun Minuten später erbebte die Rothenbach-Halle förmlich, als Nenad Vuckovic einen Siebenmeter verwandelte. Es war die vorläufige Krönung einer tollen Phase, in der Zufelde, Danner und eben Vuckovic einen Rückstand zur zwei-Tore-Führung drehten. Natürlich mit Hilfe von Per Sandström, der mehrfach glänzend gegen Svan Hansen und vor allem Kaufmann parierte. Als er einen Mogensen-Wurf gar festhalten konnte, hielt es kaum noch jemanden auf den Sitzen. Spieler wie Fans applaudierten stehend.

Doch diesmal war es an den Flensburgern zurück zu kommen. Mit Viktor Szilagyi und Tamas Mocsai hatte Ljubomir Vranjes noch zwei frische Spieler in der Hinterhand. Gerade Szilagyi erwies sich als Gewinn, weil er sich im Gegensatz zu Kaufmann und Djordjic gegen die nachlassenden Kräfte von Vasilakis durchzusetzen wusste. Zweimal lochte er ein und sorgte dafür, dass die SG wieder auf ein Tor heran kam. Mocsai machte vier Minuten vor Ende das 30:30.

Die Schlussphase ging noch einmal an die Nerven der Fans. Knudsen legte für die Gäste vor, Danner egalisierte. Dann war es Svan Hansen, der 45 Sekunden vor Schluss erneut Flensburg nach vorn warf. Vasilakis mobilisierte die letzten Kräfte und tankte sich an Szilagyi vorbei, wurde aber im letzten Moment regelwidrig am Wurf gehindert. Siebenmeter, noch 29 Sekunden auf der Uhr, genau das richtige Szenario für den Kapitän. Und Nenad Vuckovic behielt einmal mehr Übersicht und Nerven. Kein Geplänkel oder Kunstwurf, sondern ein strammer Ball, humorlos ins linke Eck – abermals der Ausgleich. Anschließend noch eine Auszeit der Norddeutschen, zwei vergebliche Ansätze zum Siegtreffer und schließlich ein letzter direkter Freiwurf von Petar Djordjic bei abgelaufener Uhr, den Christian Hildebrandt am Tor vorbei lenkte. Der Rest war Jubel auf der einen, aber spürbar auch Erleichterung auf der anderen Seite. Denn zu verlieren hätte nach dieser Werbung für den Handball heute niemand verdient gehabt. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel

Michael Roth: Wir sind überglücklich heute, nach dem Bann von 13 Partien endlich einen Punkt geholt zu haben. Was in unserer Situation natürlich äußerst wichtig ist: ein Lebenszeichen gezeigt zu haben. Obwohl wir stark gehandicapt sind mit drei Stammspielern, die fehlen, und jetzt Savas Karipidis, der ausgefallen ist. Wir hatten heute ein Kollektiv auf dem Platz, das von der ersten Minute an hellwach war. Wir haben versucht, diesen starken Gegner irgendwie unter Kontrolle zu kriegen. Damit haben wir in der ersten Hälfte noch ein bisschen Probleme gehabt, aber in der Halbzeit schon die 5:1-Abwehr auf Glandorf vorbereitet. Diese Maßnahme hat gefruchtet und wir haben den Rhythmus der Flensburger stören zu können. Wir haben immer daran geglaubt, das Spiel so durchziehen zu können, auch wenn am Ende etwas die Kraft ausgegangen ist. Herausheben muss man heute Christian Zufelde. Der hat 60 Minuten auf dem Feld gestanden, ein fantastisches Spiel gemacht und seine Chance genutzt.

Ljubomir Vranjes: Wir sind am Ende zufrieden, mit einem Punkt nach Hause zu fahren. Melsungen hat ein sehr gutes Spiel absolviert und hätte vielleicht auch zwei Punkte verdient gehabt. Auf meine eigene Mannschaft bezogen kann ich sagen: wir haben gekämpft, wir haben vorn sehr gut gespielt und Lösungen gefunden, die Abwehr war auch teilweise ok. Aber das Verhältnis Abwehr und Torwart muss stimmen, und das war heute leider nicht der Fall. Wir haben 32 Tore kassiert, und das ist eben nicht ok. Unser Schnitt ist sonst etwa 24 und wir müssen uns überlegen, wie wir unseren Torhütern besser helfen können. Insgesamt bin ich so zufrieden, dass wir einen Punkt mit nach Flensburg nehmen.

Statistik

MT Melsungen: Sandström (17 P.), Kelentric (0 P.); Schöngarth, Schweikardt 2/2, Vasilakis 6, Hildebrandt 2, Danner 5, Sanikis 1, Karipidis 2/1, Zufelde 5, Vuckovic 9/3, Dacevic, Sania.

SG Flensburg-Handewitt: Rasmussen (5 P.), Andersson (0 P.); Karlsson, Eggert 3/2, Glandorf 7, Mogensen 5, Svan Hansen 6, Djordjic 1, Mocsai 1, Szilagyi 2, Kaufmann 4, Knudsen 3.

SR: Martin Harms (Biederitz) / Jörg Mahlich (Stendal).

Zeitstrafen: 6 – 10 (Karipidis 19:14, Zufelde 31:41, Sania 34:53 – Karlsson 30:38 43:58, Kaufmann 38:31, Glandorf 53:40, Mocsai 57:44)

Strafwürfe: 7/6 – 3/2 (Eggert scheitert an Sandström, 15:29 Min.; Schweikardt an die Latte, 41:36 Min.)

Zuschauer: 2.696 in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Spielfilm:
1:1 (2.), 3:2 (5.), 3:3 (7.), 4:3 (8.), 4:4 (11.), 4:5 (10.), 7:6 (12.), 8:8 (15.), 9:10 (18.), 10:10 (21.), 11:11 (23.), 12:13 (25.), 14:16 (28.), 16:17 (HZ), 17:18 (32.), 19:18 (35.), 21:20 (38.), 23:23 (40.), 24:24 (42.), 25:25 (45.), 27:26 (48.), 28:26 (51.), 29:28 (53.), 30:29 (55.), 30:31 (57.), 31:31 (59.), 32:32 (EN).



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