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MT muss sich gegen starke Lübbecker mit Punkteteilung begnügen

mt131222Kassel/Melsungen. Der MT Melsungen ist nur eine Teilrevanche für die Hinrunden-Pleite beim TuS N-Lübbecke gelungen. Trotz einer Führung mit drei Toren zwei Minuten vor dem Ende reichte es schließlich nur zu einem 28:28 (14:15)-Unentschieden. Über weite Strecken der Begegnung waren die Nordhessen einem Rückstand hinterhergelaufen, um Mitter der zweiten Hälfte vermeintlich doch noch auf die Siegerspur einzubiegen. Das verhinderte aber Lübbeckes Tauabo mit seinem Ausgleich vier Sekunden vor Abpfiff. Erfolgreichster Melsunger Schütze war Christian Hildebrand mit sechs Treffern. Michael Allendorf war ebenfalls sechsmal erfolgreich, davon aber fünfmal per Siebenmeter. Für Lübbecke netzte Dennis Wilke neunmal, davon sechsmal vom Punkt.

Die erste Hiobsbotschaft kam für die MT schon vor dem Anpfiff: Johannes Sellin verletzte sich beim Warmmachen am rechten Fuß und musste die Partie von der Bank aus verfolgen. Die erste Diagnose lautete auf Bänderdehnung, eventuell sogar –riss. Für ihn besetzte Christian Hildebrand die rechte Außenbahn. Und auch gleich die ersten Angriffsversuche gingen daneben. Philipp Müllers Querpass wurde abgefangen, der Wurfversuch seines Bruders Michael erfolgte im Kreis stehend. Beide Gelegenheiten nutzten die Gäste blitzschnell und führten mit 2:0 (3.). Was nach drei Paraden in Folge von Mikael Appelgren jedoch wieder gedreht war, weil Patrik Fahlgren, Christian Hildebrand mit einem raffinierten Heber und Michael Allendorf per Tempogegenstoß trafen.

In der Folge blieb die Partie ausgeglichen und abwechslungsreich. Nach 13 Minuten gelang Bennis Wilke sogar wieder die 6:5-Führung für den TuS, und auch das 8:7 der Schwarz-Roten ging auf das Konto des schnellen Außen, nachdem Felix Danner und Michael Allendorf von Siebenmeterpunkt die Führung zunächst zurückgeholt hatten. Auch diesmal währte die Freude der Gäste nicht lange. Wieder Allendorf von Punkt und diesmal Kapitän Nenad Vuckovic stellten auf 9:8 (19.). Bevor erneut die Ostwestfalen lachten, weil Dennis Wilke seinen vierten Treffer erzielte und der eingewechselte Arne Niemeyer fulminant aus dem linken Rückraum traf. Als Gabor Langhans sogar das 9:11 gelang, bat MT-Coach Michael Roth zur Auszeit (24.). Mit dem Erfolg, dass Vuckovic und Anton Mansson den Ausgleich besorgten, was wiederum Dirk Beuchler zur Grünen Karte greifen ließ.

Was zunächst ohne Erfolg blieb, weil sich Melsungen durch Allendorfs dritten Siebenmeter die Führung mit 13:12 zurückholte. Weitaus effektvoller gestaltete sich dagegen ausgerechnet eine Unterzahlsituation kurz vor der Pause. Maximilian Schubert musste auf die Strafbank. Was zuerst Langhans zu einem riskanten Pass auf Löke an den Kreis zwang, der dennoch beherzt vollstreckte. Dann nutzte Ramon Tauabo zwei Unkonzentriertheiten der MT zu Gegenstößen. Dass Anton Mansson vor dem Halbzeitpfiff zumindest noch den Anschlusstreffer markierte, bekam Nenad Vuckovic nur nebenbei mit. Er hatte sich beim Wurfversuch zuvor eine schmerzhafte Handverletzung zugezogen, die nach dem Spiel als möglicher Sehnenabriss im Daumen herausstellte, und leiste damit Johannes Sellin draußen Gesellschaft.

Die zweite Hälfte sah deshalb wieder Philipp Müller auf Halblinks, dafür machte sein Bruder auf der anderen Seite in der Defensive für Malte Schröder Platz. Und wieder erwischten die Bartenwetzer keinen guten Start. Jens Schöngarth und Drago Vukovic bauten den Vorsprung auf drei Tore aus. Analogie zum ersten Durchgang: Felix Danner und Patrik Fahlgren antworteten im Doppelpack. Ohne aber diesmal das Ruder herumreißen zu können. Lübbecke blieb konzentriert und in Führung.

Weil die Torhüter auf beiden Seiten nicht mehr an ihre Leistungen vom ersten Durchgang anknüpfen konnten, wurde gewechselt: erst Nikola Blazicko für Malte Semisch, dann Per Sandström für Mikael Appelgren. Eine Veränderung, die Melsungen Oberwasser gab. Sandström parierte als erste Aktion gleich einen Siebenmeter gegen Max Schubert und anschließend noch einen Wurfversuch von Ales Pajovic. Die Chance auf den Ausgleich machte jedoch Blazicko zunichte, der gegen Fahlgren Sieger blieb.

Das 21:21 fiel dann doch, und Fahlgren nahm sich dabei seine Revanche. Kurz zuvor war Ales Pajovic für zwei Minuten vom Feld gegangen. Sein rüdes Foul gegen den Wurfarm des gerade durchziehenden Michael Müller gehörte zu den Ausnahmen eines ansonsten trotz der ständig engen Spielstände bis dahin sehr fairen Spiels. Wieder war es Melsungens immer stärker werdender Regisseur, der den Gast bestrafte und sein Team erstmals wieder mit 22:21 in Führung brachte. Allerdings wurde die Gangart auf dem Parkett härter. Erst ging Kubes, dann Niemeyer. Hildebrand bekam bei seinem 24:23 auch das Knie des Gegenspielers zu spüren, was aber folgenlos blieb.

Für die Nordhessen war das der endgültige Weckruf in die Partie. Der zwar spät kam, aber dafür umso energiegeladener. Vor allem durch die frenetische Unterstützung von den Rängen, wo die rot-weißen Fans schon bei Fahlgrens 26:24 bedenkliche Phonzahlen erreichten, und dann bei Malte Schröders Tempogegenstoß zum 27:24 nochmal drauflegten. Auch Dennis Wilkes Siebenmetertor tat der Stimmung keinen Abbruch mehr. Im Gegenteil: es gab spontan Standing Ovations allein als Unterstützung beim nächsten Angriff. Den Michael Allendorf vom Punkt zum 28:25 vollendete.

Die letzte Minute hatte es noch einmal in sich. Schubert machte das 28:26, dann bekam Michael Müller – ungeahndet – beim Wurfversuch die Hand des Gegenspielers ins Gesicht und verfehlte den Kasten. Schöngarth erzielte den Anschlusstreffer und wieder war es Michael Müller, dem ein Stürmerfoul angekreidet wurde, obwohl man die Situation auch andersherum hätte entscheiden können. Da waren noch 14 Sekunden zu spielen. Vier waren übrig, als Tauabo von Rechtsaußen den Ausgleich machte. Die letzte Aktion des Spiels, weil Danner den schnell nach vorn gegebene Ball von Sandström nicht mehr zum Anwurf bringen konnte, da sich ein Ales Pajovic blitzschnell im Mittelkreis postiert hatte und den Melsunger klammerte. Was ihm zwar die Rote Karte und damit eine Sperre einbrachte, den Punkt aber endgültig sicherte. Ein Ende der Begegnung, das zwar vielleicht über 60 Minuten gesehen ein gerechtes Remis brachte, in der Art des Zustandekommens jedoch schwer zu verdauen war. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel

Michael Roth: Glückwunsch an den Gegner zum Punkt. Lübbecke war heute ein sehr schwerer Gegner. Sie waren kämpferisch voll da und haben uns das Leben schwer gemacht. Wir sind lange einem Rückstand hinterhergelaufen, bevor das kam, was unsere Mannschaft auszeichnet: sie hat sich voll reingekniet und das Spiel gedreht. Schade, dass wir die drei Tore Vorsprung am Ende nicht über die Zeit gebracht haben. Es war sowieso ein komisches Spiel mit der Verletzung von Sellin schon vor dem Anpfiff und der Verletzung von Vuckovic kurz vor der Pause. Dass Danner trotz seiner Rückenprobleme so spielen konnte war fast sensationell, Stenbäcken konnte auch kaum eingesetzt werden. Klasse war aber, wie Hildebrand den Ausfall von Sellin kompensiert hat. Immer hin sind wir trotz dem Punktverlust noch mit einem blauen Auge davongekommen und bleiben Sechster, weil Hannover verloren hat.

Dirk Beuchler: Ich bin glücklich über den Punkt, den wir geholt haben. Und ich finde, es war ein verdienter Punkt. Meine Mannschaft hat 60 Minuten tollen Kampf geboten und bis zum Schluss gefightet. Dass alle, die auf dem Feld standen, sich auch in die Torschützenliste eingetragen haben, freut mich auch. Das wertet eine Mannschaftsleistung immer noch auf. Wenn man unsere Verletzungssituation betrachtet – auch Remer fiel heute noch kurzfristig aus -, ist es klasse, bei so einem starken Gegner Paroli geboten zu haben. Gegen Wetzlar müssen wir nun wohl improvisieren, weil Pajovic nach der roten Karte sicher gesperrt wird. Aber wenn man die Möglichkeit hat, den Punkt so zu sichern, muss man das tun. Fazit ist, dass wir im Kollektiv richtig stark waren und die Abwehr funktioniert hat. Positiv auch, dass ein junger Spieler wie Ramon Tauabo in der entscheidenden Phase die Nerven behalten hat.

Statistik

MT Melsungen: Appelgren (9 Paraden / 21 Gegentore), Sandström (4 P. / 7 G.); Stenbäcken, Mansson (2), Sellin, Kubes, Fahlgren (5), Schröder (1), Forstbauer, Hildebrand (6), Danner (2), P. Müller, Zufelde, Allendorf (6/5), Vuckovic (3), M. Müller (3)

TuS N-Lübbecke: Blazicko (3 P. / 9 G.), Semisch (5 P. / 19 G.); Gustafsson (1), Löke (2), Vukovic (1), Wilke (9/6), Langhans (1), Tauabo (3), Pajovic (4), Niewrzawa, Schubert (2), Niemeyer (1), Schöngarth (4)

SR: Colin Hartmann (Barleben) / Stefan Schneider (Magdeburg)

Zeitstrafen: 4 – 6 (P. Müller 41:10, Kubes 49:27 – Schubert 27:32, Pajovic 44:55, Niemeyer 50:37)

Disqualifikation: Vukovic (60:00, mit Bericht)

Strafwürfe: 5/5 – 7/6 (Schubert scheitert an Sandström, 41:12 Min.)

Zuschauer: 3.315 in der Rothenbach-Halle, Kassel



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