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Viele persönliche Bestleistungen zum Jahresabschluss

Katharina Wagner und Karolin Siebert überzeugen in Stadtallendorf

Stadtallendorf/Melsungen. Das hatte selbst MT-Abteilungsleiter Hans-Jörg Engler nicht geglaubt. Seine Prognose, die Melsunger Leichtathleten werden sich beim 27. nationalen Vorweihnachtskriterium aus ihrer jeweiligen Schülerklasse mit guten Leistungen in das Jahr 2011 verabschieden, wurde sogar übertroffen. Die Melsunger Mädchen und Jungen stellten bei diesem gut besuchten Hallenmeeting mit Athleten aus fünf Landesverbänden mehrere persönliche Bestleistungen auf und kehrten trotz der hochkarätig besetzten Starterfelder mit vier Siegen nach Melsungen zurück. Das war dem MT-Team, das mit sieben Athleten nach Stadtallendorf anreiste im Vorfeld nicht zugetraut worden. So fiel auch die Bilanz von Ulf Ludwig positiv aus, der ein zufriedenes Fazit zog und  vor allem Katharina Wagner und Karolin Siebert hervorhob.

Katharina Wagner, die von Woche zu Woche schneller wurde und beim Hallen-Meeting in Paderborn ihre Jahresbestzeit über 60 Meter auf 8,35 Sekunden steigern konnte, überraschte im zweiten Vorlauf mit einer Steigerung auf 8,26 Sekunden. Dabei ließ sie Michaela Fröb aus Bad Vilbel (8,56 Sekunden) keine Chance und qualifizierte sich mit der schnellsten Vorlaufzeit für das 60 Meter-Finale. Die Situation vor dem Endlauf war damit eindeutig, obwohl sie dort auf ihre Dauerkonkurrentin, Marie Weitzel aus Treysa traf, die in diesem Jahr die 100 Meter bereits in 12,9 Sekunden zurückgelegt hatte. Aber Katharina Wagner trat selbstbewusst auf und stürmte nach dem Startschuss unangefochten dem Ziel entgegen. Sie siegte mit der neuen Jahresbestzeit von 8,20 Sekunden vor Weitzel (8,44 Sekunden) und Hannah Jarosch (Kirchhain), die mit 8,48 Sekunden gestoppt wurde.

Der Weitsprungwettbewerb der A-Schülerinnen gehörte zu den von der Qualität her sehr guten Disziplinen in Stadtallendorf und war zumindest im Vorkampf in der Hitliste der spannendsten Ereignisse ganz oben anzusiedeln. Beschwingt durch ihre gute Zeit über 60 Meter ging Katharina hoch motiviert in diesen Wettbewerb. Aber sie trat sowohl den ersten als auch ihren zweiten Sprung über und musste mit ansehen, wie sich die Konkurrentinnen mit guten Weiten nach vorne „puschten“. Lokalmatadorin Luisa Komkowski hatte 5,19 Meter vorgelegt und wurde von Laura Jokeit aus Dillenburg mit 5,25 Meter sogar noch überboten. Im dritten Durchgang sorgte Katharina Wagner für Verblüffung bei der Konkurrenz, denn sie flog auf 5,34 Meter und steigerte ihre Jahresbestleistung von Paderborn um zwanzig Zentimeter. Auch im vierten Durchgang flog sie weit in die Sandgrube, aber dieser Sprung wurde nicht gewertet, weil sie hauchdünn übergetreten war. Von den Konkurrentinnen konnte sich in der Spitze fast niemand mehr steigern – Ausnahme, Charlotte Bomert aus Vellmar. Die frischgebackene nordhessische Hallenmeisterin im Dreisprung erreichte im letzten Durchgang 5,03 Meter und belegte damit Rang vier. Für ihren letzten Sprung legte sich Katharina noch einmal mächtig ins Zeug und landete in der Nähe von 5,50 Meter. Als der Kampfrichter die weiße Fahne hob, war der hessischen Hallenmeisterin klar, dass sie ihre Freiluftbestleistung von 5,36 Meter übertroffen haben musste. Und tatsächlich:  auf der Anzeigetafel war für jedermann zu lesen:  5,46 Meter.

Bei starker Konkurrenz hat sich Katharina in den vergangenen Wettkämpfen immer gesteigert. So war es im Sommer bei den Landesschülermeisterschaften, wo sie ihre Freiluftbestleistung im letzten Durchgang aufstellte, so war es in Stadtallendorf, wo sie ihre Hallen-Jahresbestweite um 32 Zentimeter verbessern konnte.  Da allen guten Dinge angeblich drei sind, sicherte sie sich auch noch höhengleich mit Lisa Hackler (LG Wittgenstein) den Sieg im Hochsprung mit 1,51 Meter und konnte nicht verstehen, dass die Latte nach übersprungenen 1,54 Meter noch fiel, nachdem sie bereits den Sprung abgeschlossen hatte und auf der Matte lag. Mit ihren drei  Siegen verabschiedete  sich Katharina Wagner eindrucksvoll aus der Schülerinnenklasse.

Auch die Erfolgsserie der 14-jährigen Karolin Siebert ist beeindruckend. Die hessische Hallenmeisterin über 800 Meter traf auf die starke Ann-Cathrin Schmidt von der LG Alheimer, die im Sommer  mit 2:21,40 Minuten 0,49 Sekunden schneller war als Karolin.  Hinzu kamen mit Katja Leitzke aus Nordhausen und Carolin Schmeel aus Großen Linden zwei Schülerinnen, die in der Freiluftsaison die 800 Meter ebenfalls unter 2:25 Minuten gelaufen waren. Karolin Siebert, die bei den Landes-Crossmeisterschaften den vierten Rang belegen konnte, hatte man noch nicht auf der Rechnung, da sie bisher erst unmittelbar vor den Hallenmeisterschaften ihre Konkurrenz und die Zuschauer mit großen Rennen begeistert. Aber ihr war es vorbehalten, mit ihrer mutigen und taktisch geschickten Einstellung, diesem schnellen  Lauf den Stempel aufzudrücken. Sie hielt sich an ihre Zwischenzeitvorgaben und hatte in der letzten Runde die erforderlichen Reserven, um die Attacken ihrer Konkurrentinnen zu kontern. Zwar war ihr die ein Jahr ältere Ann-Cathrin Schmidt auf den Fersen, doch Karolin verteidigte bis ins Ziel ihren Vorsprung erfolgreich. Mit 2:27,04 Minuten lief sie bereits zu Beginn der Hallensaison eine ausgezeichnete Zeit und siegte souverän vor Schmidt (2:28,21 Minuten) und Katja Leitzke, die mit 2:29,82 Minuten gestoppt wurde.  Bereits drei Stunden vorher hatte sie im Sprint über 60 Meter mit der neuen Bestzeit von 8,72 Sekunden ihre verbesserte Grundschnelligkeit angedeutet.

Einen dritten Platz sicherte sich Michael Hiob im 1000 Meter-Lauf der A-Schüler. Dieses Rennen wurde vor allem von der Taktik bestimmt, denn der Melsunger, der sich in blendender Form fühlte, legte in den ersten beiden Runden ein rasantes Tempo vor. Doch keiner seiner Konkurrenten war gewillt, dieses mörderische Tempo mitzugehen. Alle hofften auf seinen Einbruch in der letzten Runde. Und dieser kam.  Während die Verfolger immer schneller wurden und Hiobs 60 Meter-Vorsprung mit jedem Schritt verkürzten, quälte sich der 15-Jährige auf der letzten Runde und wurde im Zielbereich noch abgefangen. Sein Leistungsvermögen schätzt  Alwin J. Wagner in einem optimalen Rennen um die 2:55 Minuten ein. Aber diese beiden ersten Runden hatten ihm zu viel Kraft gekostet, so dass er total übersäuert als Dritter nach 3:00,52 Minuten hinter Tim Pfeiffer (2:59,89 Minuten) und Torben Henrich (3:00.30 Minuten) ins Ziel kam.

Einen weiteren begehrten Podestplatz sicherte sich Sebastian Ludwig als Dritter im Stabhochsprung mit 2,40 Meter. Größer war seine Freude, als er nach einer stabilen Serie seine  Weitsprungbestleistung auf 5,45 Meter steigern konnte. Auch Henri Alter hatte Grund zur Freude, denn auch er verbesserte sich im Weitsprung als Achter auf 5,39 Meter und verzeichnete als Vierter im Kugelstoßen mit  10,79 Meter ebenfalls einen neuen Hausrekord.  Im Hochsprung überquerten die beiden Melsunger Vertreter Ludwig und Alter jeweils 1,55 Meter und belegten damit die Ränge acht und neun.

Nach einer langen Verletzungspause kehrte Jan Ullrich eindrucksvoll zur Leichtathletik zurück. Im dritten von vier Vorläufen über 60 Meter verbesserte er sich auf 8,01 Sekunden und qualifizierte sich für einen der beiden Zwischenläufe, wo er mit 8,05 Sekunden hängenblieb. „Bei den Landes-Hallenmeisterschaften versuche ich zum ersten Mal unter der 8,00-Sekundenmarke zu bleiben“, sagte Jan und überraschte im Weitsprung mit 5,41 Meter.  Als Vierter im Kugelstoßen überzeugte er mit der neuen Bestmarke von 10,33 Meter.

Auch durch Stefanie Klein gab es einen Lichtblick für das Melsunger Kugelstoßen. Mit der neuen persönlichen Bestweite von 9,17 Meter belegte sie den vierten Platz, nachdem sie vorher als Fünfte im Hochsprung mit 1,40 Meter und Siebte im Weitsprung mit 4,63 Meter zu überzeugen wusste. „Gerne wäre ich heute 4,80 Meter und mehr gesprungen, aber mir fehlt noch die entsprechende Grundschnelligkeit“, meinte Nordhessens Vize-Meisterin im Dreisprung der A-Schülerinnen selbstkritisch. (ajw)



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