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MT-Leichtathleten dominieren bei Sprungwettbewerben

Fulda/Melsungen. Bei den kreisoffenen Leichtathletik-Meisterschaften in Fulda, die bei leistungsfördernden Temperaturen und einer stimmungsvollen Kulisse ausgetragen wurden, setzten Tobias Stang, Robin Kästner, Katharina Wagner und vor allem die 15-jährige Karolin Siebert glänzende Akzente. Aber auch für die anderen fünf MT-Starter gab es hervorragende Platzierungen und zahlreiche Jahresbestleistungen in der Domstadt. Insgesamt sicherten sich die Athleten aus der Bartenwetzerstadt zwei Doppelsiege und fünf weitere erste Plätze.

Bei sommerlichen Wetter begannen die Meisterschaften mit einem Paukenschlag und endeten auch mit einem solchen, denn zu Beginn sorgten die Melsunger Dreispringer für Furore. In Abwesenheit von Henri Alter, der zur gleichen Zeit bei den deutschen Meisterschaften im Steinstoßen in Hückelhoven am Start war, sorgten die Dreisprung-Asse der MT für Aufsehen. Bereits beim Einspringen konnte man erkennen, dass die Melsunger Athleten gut vorbereitet nach Fulda anreisten. Ohne den dritten Sprung auszureizen, flogen Tobias Stang und Robin Kästner bereits beim Warmspringen weit über die 11 Meter-Marke. Und auch Jan Ullrich, der zum ersten Mal an einem Dreisprungwettbewerb teilnahm, hinterließ mit Sprüngen um elf Meter einen guten Eindruck. Im ersten Durchgang legte Tobias Stang 11,63 Meter vor und übernahm vor dem Fliedener Benedikt Bagus (11,26 Meter) die Führung. Robin Kästner hatte im ersten Durchgang einen ungültigen Versuch zu verzeichnen. Im zweiten Durchgang landete Tobias Stang bei absoluter Windstille nach 3,60 Meter in der Sandgrube. Da er vom 9 Meter-Balken abgesprungen war, wurde dieser weite Satz mit 12,60 Meter notiert. Damit verbesserte der Malsfelder seine persönliche Bestweite aus dem Vorjahr um 17 Zentimeter und bestätigte seine Spätform, die ihm im Dreisprung auf Rang fünf in Hessen brachte.  „Das war ein Super-Gefühl“, sagte Tobias Stang, als die Weite bekannt gegeben wurde. „Ich habe in den letzten beiden Wochen verschiedene Sprungübungen durchgeführt und diese haben sich nun ausgezahlt“. Obwohl er sich bei diesem Versuch leicht verletzte und nicht mehr weiter springen konnte, war er der glücklichste Athlet im  Stadion. Robin Kästner steigerte sich im zweiten Durchgang auf 12,05 Meter, erreichte im vierten und fünften Durchgang jeweils 12,23 Meter und landete mit seinem letzten Sprung bei 12,34 Meter. Auch er verbesserte sich um fünfzehn Zentimeter und nimmt mit dieser Leistung Rang sechs in der TOP-TEN-Liste des Hessischen Leichtathletik-Verbandes ein.

Jan Ullrich siegte zwar bei den Schülern vor Manuel Kretzschmar aus Langgöns-Oberkleen (10,24 Meter) mit 10,33 Meter, was ihn auf Rang acht der HLV-Schülerbestenliste brachte, aber von ihm hatte man sich nach seinem Trainingseindrücken mehr versprochen.

Keine leichte Aufgabe hatte auch Celine Kühnert zu lösen. Lokalmatadorin Sarah Gwosdek (LG Fulda), die bei den Landesmeisterschaften in Kassel nur 13 Zenitmeter hinter Celine Kühnert mit 10,90 Meter die Vizemeisterschaft gewonnen hatte, sann auf Revanche. Während Celine im ersten Durchgang 10,18 Meter vorlegte, landete ihre Gegenspielerin bei 10,13 Meter. Nachdem landete Celine Kühnert im zweiten Durchgang bei 10,15 Meter gelandet war, kam Sarah Gwosdek bis auf einen Zentimeter an Kühnerts Leistung heran. Im dritten Versuch verbesserte sich die hessische Jugendmeisterin auf 10,62 Meter, aber Sarah Gwosdek konterte unmittelbar danach und landete bei 10,71 Meter. Celine wehrte sich mit allen Kräften und schaffte auch im fünften Durchgang noch einmal 10,62 Meter, aber mehr war an diesem Tag nicht drin. Auf ihren letzten Versuch verzichtete die Melsunger Auszubildende, weil sie sich auch für das 100 Meter-Finale der weiblichen Jugend B qualifiziert hatte. Nach Beendigung ihrer Schulzeit steht dem Melsunger Dreisprungtalent nicht mehr ausreichend Zeit zur Verfügung steht, um dreimal in der Woche trainieren zu können. „Um Weiten über elf Meter zu springen, muss man ein kontinuierliches Training von mindestens drei Einheiten pro Woche absolvieren“, sagte Alwin J. Wagner und bedauert, dass Celine während der Woche erst gegen 19 Uhr zum Training kommen kann.

Bei einem Gegenwind von 0,5 Meter pro Sekunde lieferten sich Robin Kästner, Tobias Stang und Michael Hiob ein spannendes Rennen über 100 Meter. Da Robin Kästner das beste Finish hatte, setzte er sich mit 12,49 Sekunden vor Tobias Stang (12,64 Sekunden) und Michael Hiob (12,68 Sekunden) durch.

Unmittelbar nach dem Sprint wurde der Weitsprungwettbewerb ausgetragen.  Man hatte mit einem Duell Tobias Stang gegen Robin Kästner spekuliert. Aber nach seiner Verletzung am Sprungfuß, war der Malsfelder nicht mehr im Vollbesitz seiner Kräfte. Dennoch legte er 5,64 Meter vor und untermauerte seine gute Form. Nach dem zweiten Durchgang musste er aber wegen anhaltender Schmerzen die „Segel streichen“ und verzichtete – in Führung liegend –  auf die restlichen vier Sprünge.

Sebastian Ludwig hatte in der Zwischenzeit mit übersprungenen 1,59 Meter eine solide Leistung im Hochsprung erbracht. „Das Krafttraining drei Tage vorher und das Fußballspiel am Vortag haben doch mehr Reserven verbraucht als ich gedacht hatte“, sagte Sebastian, der nach zwei Versuchen im Weitsprung mit 5,30 Meter auf Rang zwei lag, aber dann im Laufe des Wettbewerbs sich nicht mehr steigern konnte und am Ende auf Rang fünf zurückfiel.

Im Finale kam dann der große Auftritt von Robin Kästner. Der 17-jährige Obermelsunger verbesserte sich im vierten Durchgang auf 5,49 Meter und lag zwischen Tobias Stang und Sebastian Ludwig.  Als Torben Henrich aus Wittgenstein mit 5,54 Meter und Michael Ritz (Horas Fulda) mit 5,45 Meter gefährlich wurden, demonstrierte Robin Kästner im fünften Durchgang sein Sprungtalent. „Dass meine Form gut ist, wusste ich. Da der Anlauf im vorletzten Durchgang fast klappte, konnte ich auch eine entsprechende Leistung bieten.  Auch die Herausforderung von Tobias Stang, der beim Kreissparkassen-Cup 5,80 Meter sprang, war eine ungeheuere Motivation für mich“, sagte er. Obwohl ihm der Wind ins Gesicht blies, flog er, ohne den Absprungbalken richtig zu treffen, weit in die Grube und durfte sich über die neue Kreisjahresbestleistung von 5,86 Meter freuen. Damit stand für die Melsunger Springer nach dem Dreisprung auch im Weitsprung ein Doppelerfolg fest. Jan Ullrich klagte über „schwere Beine“ und belegte bei den Schülern mit 5,23 Meter den dritten Platz. „Jan ist gut in Form, aber er wirkte an diesem Tag etwas lustlos und schien auch nach dem Krafttraining müde zu sein“, sagte Alwin J. Wagner, der zwanzig Zentimeter mehr von seinem Schützling erwartet hatte.

Mit zwei Siegen in den Sprungwettbewerben überzeugte Katharina Wagner in der Altersklasse der weiblichen Jugend B. Nachdem man im Weitsprung ebenfalls mit dem Gegenwind zu kämpfen hatte, absolvierte sie nur drei Sprünge. Mit 5,00  und 5,07 Meter kam sie als einzige Teilnehmerin über die 5 Meter-Marke. Celine Kühnert, die wegen des Windes Probleme beim Absprung hatte, kam mit ihren drei gültigen Sprüngen von 4,73, 4,66 und  4,65 Meter nicht über Rang sechs hinaus.

Auch im Hochsprung setzte sich Katharina Wagner gegen die mitfavorisierte Lisa Hackler (LG Wittgenstein) durch und überwand die Höhen von 1,40 bis 1,52 jeweils im ersten Versuch. Damit hatte sie wie beim Kreissparkassen-Cup bis 1,56 Meter eine makellos Bilanz vorzuweisen.

Im 100 Meter-Finale belegten sie und Celine Kühnert die Plätze drei und sechs, nachdem sich die beiden Melsunger Teenager in den Vorläufen mit  13,54 beziehungsweise 13,90 Sekunden  für das Finale qualifizieren konnten.

Ausgezeichnete Resultate gab es für die Melsunger Nachwuchsathleten auch in den Wurf- und Stoßwettbewerben. Während sich Jan Ullrich als Sieger im Kugelstoßen der M15 auf 11,68 Meter steigern konnte, verbesserte sich Michael Hiob als Dritter der männlichen Jugend B auf 10,07 Meter.

Einen noch stärkeren Eindruck hinterließ Tobias Ludwig. Der 14-jährige Schüler aus Obermelsungen imponierte im Kugelstoßen mit der persönlichen Bestweite von 9,83 Meter und verfehlte im Speerwerfen als Zweiter nur um 24 Zentimeter die anvisierte 30 Meter-Marke.

Der absolute Paukenschlag kam dann mit der letzten Disziplin, denn die Krönung des Ganzen war die 400 Meter-Siegerzeit der A-Schülerin Karolin Siebert, die in der Klasse der zwei Jahre älteren weiblichen Jugend B  startete. Nach der Gala-Vorstellung von Heiligenrode, als sie drei Tage vorher die 800 Meter in 2:22 Minuten zurücklegte,  folgte im Sportpark Johannisau in Fulda der zweite Streich. Geplant war die Jahresbestzeit von Rabea Pöppe (TSV Spangenberg), die am 8. Juli in Borken als Kreismeisterin die Stadionrunde in 64,21 Sekunden zurückgelegt hatte, zu unterbieten. Mutig lief sie die erste Hälfte des Rennens auf Bahn zwei an und hatte nach 200 Meter eine Zwischenzeit von 28,8 Sekunden vorzuweisen. Die ein Jahr ältere Daniela Vey (SG Johannesberg), die hinter ihr auf Bahn eins lief, lag zu diesem Zeitpunkt bereits vier Sekunden zurück und wurde im Ziel mit 69,23 Sekunden gestoppt. Wer nun dachte, Karolin Siebert hätte spätestens nach 300 Meter ihr Pulver verschossen, sah sich getäuscht, denn auch ihre 300 Meter-Zwischenzeit von 45 Sekunden war sensationell schnell.  Nur auf den letzten Metern, wo ihre Beine schwer wurden, verlor die 15-Jährige etwas an Tempo.

Tobias Stang und Jan Ullrich hatten privat mitgestoppt und unmittelbar nach ihrem Zieleinlauf von einer Zeit unter 62 Sekunden gesprochen. Man konnte es kaum glauben. Aber als ihre Zeit von 61,73 Sekunden bekannt gegeben wurde, war die Freude unbeschreibbar groß.  Mit dieser Super-Leistung erfüllte sie A-Jugend-Norm für die Landes-Jugendmeisterschaften 2012. „Ich werte diese Leistung noch höher als ihre 2:22,25 Minuten über 800 Meter“, sagte Alwin J. Wagner und hofft auf Karolins dritten Streich, der am Wochenende in  Rheda-Wiedenbrück über 300 Meter-Hürden folgen soll.

Auch Michael Hiob kommt zum Saisonabschluss immer besser in Tritt. Als Schlussläufer der Olympischen Staffel beeindruckte er vor einer Woche beim 24. Kreissparkassen-Cup mit einer 400 Meter-Zeit von 56 Sekunden. Nun wollte er in Fulda  in seinem ersten Solorennen diese Zeit auf der Stadionrunde bestätigen.  Nach 27,5 Sekunden für die erste Hälfte, gab er auch auf der Zielgeraden „Gas“ und wurde kaum langsamer. Mit 56,69 Sekunden bestätigte er seine gute Zeit von Neukirchen. „Zwar sind mir die letzten 100 Meter etwas schwer gefallen, aber mit der Zeit bin ich mehr als zufrieden“,  kommentierte der 16-Jährige seinen überzeugenden Auftritt.  „Beim Saison-Abschluss in Lemgo müsste Michael beim Fünfkampf eine Zeit unter 56 Sekunden laufen können“, sagte Alwin J. Wagner und hofft, dass viele Leichtathleten am 8. Oktober die Reise in die Handball-Bundesliga-Hochburg antreten und sich noch einmal in den Bestenlisten verbessern. (ajw)



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