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1.400 Arbeitnehmer legten Arbeit nieder

Kassel. Rund 1.400 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie im Kasseler Norden haben am Donnerstag zeitweise die Arbeit niedergelegt. Sie folgten einem Aufruf der IG Metall Nordhessen, um den Druck auf die Arbeitgeber in der aktuellen Tarifauseinandersetzung zu erhöhen. An dem Warnstreik beteiligten sich 900 Beschäftigte der Betriebe im Industriegebiet Mittelfeld (Bombardier, Henschel-Betriebe, Rheinmetall-Betriebe und Zeppelin) sowie 500 Beschäftigte von Krauss-Maffei Wegmann. Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn, mehr Mitbestimmung bei der Leiharbeit und die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten.

Hervorragende Beteiligung der Beschäftigten
„Die Arbeitgeber haben ein mieses Angebot vorgelegt – das ist die Quittung“, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Oliver Dietzel, angesichts der guten Teilnehmerzahlen. „Nahezu alle Beschäftigten dieser Betriebe sind auf der Straße.“ Bereits am Vortag hatten 750 Beschäftigte im Mercedes Benz-Werk die Räder stillstehen lassen. „Die Beteiligung an den Warnstreiks ist hervorragend, die Beschäftigten stehen geschlossen hinter den Forderungen der IG Metall“, sagte Dietzel.

Bei einer Kundgebung auf der Wiener Straße sagte der Betriebsratsvorsitzende von Rheinmetall Radfahrzeuge, Harald Töpfer: „Wir haben in der Krise durch moderate Lohnabschlüsse und Kurzarbeit Verzicht geübt – jetzt wollen wir unseren gerechten Anteil am Aufschwung!“ Töpfer machte klar, dass die Beschäftigten kampfbereit sind: „Wenn nötig werden wir den Druck Woche um Woche erhöhen, bis es einen ordentlichen Tarifabschluss gibt“, sagte er vor den 900 Warnstreik-Teilnehmern aus dem Industriegebiet Mittelfeld.

„Geldangebot der Arbeitgeber ist ein Hohn“
Bei der Kundgebung vor dem Werktor von Krauss-Maffei Wegmann (KMW) kritisierte die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Elke Volkmann, das Geldangebot der Arbeitgeber als „reinsten Hohn“. Die angebotenen drei Prozent über 14 Monate seien kaum mehr als ein Ausgleich der aktuellen Inflationsrate. „Weder die erhöhte Produktivität noch die Gewinnsteigerung wurden berücksichtigt“, sagte die Gewerkschafterin.

Leiharbeit: Kein Zukunftsmodell für die IG Metall
Dass die Arbeitgeber sich zudem gegen mehr Mitbestimmung beim Einsatz von Leiharbeit sperrten sei nicht akzeptabel. „Als Betriebsräte und IG Metall während der Krise Verantwortung übernommen haben, war den Arbeitgebern die Mitbestimmung ganz recht. Jetzt plötzlich soll sie nur noch eine Belastung sein“, sagte Volkmann.

Die IG Metall befürchtet, dass die Arbeitgeber über die Leiharbeit dauerhaft Löhne drücken wollen. Die zeitliche Befristung der um bis zu 1.000 Euro pro Monat schlechter bezahlten Leiharbeitsverhältnisse kann nach Ansicht der Gewerkschaft zudem dazu führen, dass Beschäftigte sich aus Angst um ihren Arbeitsplatz kaum zur Wehr setzen. „Leiharbeit und prekäre Beschäftigung sind für die IG Metall kein Zukunftsmodell“, sagte Volkmann bei der Kundgebung vor dem KMW-Werktor.

Die Betriebsratsvorsitzende von KMW, Christa Haidu, kritisierte zudem die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber gegenüber der tarifvertraglichen Regelung der unbefristeten Übernahme aller Ausgebildeten. „Wir brauchen gut ausgebildete junge Leute in den Betrieben, das wissen auch die Arbeitgeber“, sagte sie. Die Übernahme sei zudem ein guter Schutz gegen prekäre Beschäftigung und Leiharbeit. (red)



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