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Tobias Stang und Jan Ullrich setzen Meisterschaftsakzente

Melsungen.  Bei den Leichtathletik-Kreismeisterschaften der männlichen und weiblichen Jugend setzten die beiden Melsunger Nachwuchsathleten Tobias Stang und Jan Ullrich mit insgesamt sieben Siegen die Akzente und verhalfen damit der MT 1861 Melsungen, dass man auch in der Vereinswertung der Jugend mit neun Siegen vor dem TSV Spangenberg (7) und dem TSV Altmorschen (4) die Nase vorne hatte. Bei bestem Wetter und eitel Sonnenschein präsentierte sich vor allem Tobias Stang zwei Wochen vor den deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Einbeck in guter Verfassung. Mit seinen Siegen im Weit- und Hochsprung sowie im 400 Meter-Lauf demonstrierte er auch bei der zum Teil zwei Jahre älteren Konkurrenz seine Klasse. Locker und selbstsicher, aber auch vollauf konzentriert, peilte er an diesem Tag einen neuen Hausrekord im Weitsprung an. Aber durch die widrigen Windverhältnisse wurde nichts daraus. Dennoch, der 17-Jährige sprang zweimal 5,90 und einmal 5,91 Meter und war mit dieser Leistung besser als der Sieger in der Männerklasse.

Als er beim Hochsprung die Latte bei 1,67 Meter überquerte, hatte er mehr als zehn Zentimeter Platz zwischen seinem Körper und der Latte. Aber bei der nächsten Höhe fehlte ein sicherer Absprung und ein rhythmischer  Anlauf, so dass dreimal scheiterte und mit 1,67 Meter in die Wertung kam.

Beim 100 Meter-Finale der U18 wurde er als Sieger seines Zeitvorlaufes mit 12,2 Sekunden gestoppt, was ihm in der Endabrechnung den dritten Platz einbrachte. Eine halbe Stunde später fand das 400 Meter-Finale der U20 statt, wo er mit 55,1 Sekunden einen Vorsprung von mehr als elf Sekunden auf den Zweitplatzierten herauslief. „Eigentlich wollte ich heute eine 54er Zeit laufen, aber der 100 Meter-Sprint steckte mir noch deutlich in den Beinen“, stellte der Malsfelder gelassen fest, der an diesem erfolgreichen Nachmittag viel Selbstvertrauen für die deutschen Mehrkampfmeisterschaften tanken konnte.

Auch der ein Jahr jüngere Jan Ullrich imponierte mit drei Einzelsiegen und holte sich außerdem mit Tobias Stang, Henri Alter und Raphael Strube noch den Titel über 4×100 Meter in 48,2 Sekunden.

Lange Zeit sah Nils Bachmann, der im 100 Meter-Lauf der U18 mit 11,9 Sekunden triumphieren konnte, als der sichere Sieger im Weitsprung aus. Der Spangenberger hatte 5,62 Meter vorgelegt und keiner der fünf Konkurrenten kam in den ersten fünf Versuchen bei ständig wechselnden Winden nur annähernd an diese Weite heran. Erst im letzten Durchgang konnte Jan Ullrich das Blatt noch wenden und landete trotz eines Gegenwindes von 0,4 m/sec bei 5,73 Meter. Mit diesem Sprung deutete der Vorjahrsschüler, der beim Absprung noch einige Zentimeter verschenkt hatte sein Leistungspotenzial an, das er bisher nur im Training zeigen konnte.  Überraschend setzte sich der 16-Jährige auch im Hochsprung mit 1,58 Meter souverän vor dem Trio aus Spangenberg mit Tobias Dehn und Florian Schareina – beide 1,52 Meter –  und den Viertplatzierten Marco Laubach, der bei den Hallenmeisterschaften noch 1,65 Meter überquert hatte, durch.

Spannung versprach auch der Wettbewerb im Kugelstoßen, wo mit  Ralf Nagel aus Steinatal, im Vorjahr mit der 4-kg-Kugel 12,33 Meter und dem Hallenkreismeister Marco Laubach (11,63 Meter) zwei Athleten auf das MT-Trio mit Jan Ullrich, Henri Alter und Raphael Strube trafen, die ein Wort um die Titelvergabe mitreden wollten. Am Ende trennten den Kreismeister vom Fünften nur 65 Zentimeter. Beflügelt von seinen beiden Siegen legte Jan Ullrich 11,55 Meter vor. Diese Weite stand wie ein Fels in der Brandung, denn die Konkurrenz biss sich daran die Zähne aus. Henri Alter kam mit 11,42 Meter noch am dichtesten an diese Weite heran, aber überbieten konnte er den besten Stoß von Jan Ullrich nicht. Spannend war auch der Kampf um Rang drei, den schließlich Marco Laubach mit 11,06 Meter vor Raphael Strube belegte, der mit 10,91 Meter in die Wertung kam. Auf Rang fünf landete Ralf Nagel mit 10,77 Meter, der immerhin in der Jahresbestenliste 2011 über einen halben Meter vor dem neuen Kreismeister lag.

Die achte Meisterschaft für die MT-Jugendlichen machte Katharina Wagner mit ihrem Weitsprungsieg in der U18 perfekt.  Die Siegerin im Frauensprint deutete mit einem Sprung von 5,06 Meter an, dass sie auch das horizontale Springen noch nicht verlernt hat. Sie hätte mit jedem ihrer Sprünge gewonnen und setzte sich vor der immer besser werdenden Margarete Puhl aus Altmorschen (4,72 Meter) und Madlen Höhne aus Geismar (4,59 Meter) souverän durch.

Ihre erste Meisterschaft auf Kreisebene holte sich Jule Schmidtkunz über 400 Meter in der U20. Die Vorjahresschülerin lief zum ersten Mal in einem Wettkampf die Stadionrunde. Ihr fehlte auf der Zielgeraden das Stehvermögen, weil sie noch Schwierigkeiten mit der Renneinteilung hatte.

Nur ein Zentimeter an der Fünf-Meter-Marke fehlte Celine Kühnert bei ihrem zweiten Rang im Weitsprung der U20. Auch über 100 Meter sicherte sie sich hinter der dreifachen Kreismeisterin Ann-Christin Höhne aus Geismar in 13,9 Sekunden die Vizemeisterschaft.

Wie fast in keiner anderen Disziplin in der Leichtathletik spielt bei den Meisterschaftsläufen die Taktik auf der Mittelstrecke eine wichtige Rolle. Neben der Grundsatzentscheidung Spurt- oder Temporennen, sind auch während des Laufes die richtigen Manöver zu wählen, um in eine gute Ausgangsposition zu gelangen. Der 15-jährige Lorenz Funck, der noch der Schülerklasse angehört, startete zum ersten Mal in einem 1500 Meter-Lauf und hielt sich genau an die taktischen Vorgaben. Nach seinen Trainingszeiten war er in der Lage, eine Zeit um 5:10 Minuten zu laufen. Weil er alles richtig machte, wurde er dafür nicht nur hinter Henning Adam aus Borken (5:03,8 Minuten) mit Platz zwei, sondern auch mit der guten Zeit von 5:07,0 Minuten belohnt. Bei der Laufserie in Heiligenrode möchte er diese Zeit unterbieten und so nahe wie möglich an die fünf Minuten heranlaufen.  Nach dem guten Eindruck im Melsunger Waldstadion kann er es schaffen.

Das 400 Meter-Rennen der weiblichen Jugend zählte zu den absoluten Höhepunkten dieser Meisterschaften, denn nach den hessischen Hallenmeisterschaften trafen Lokalmatadorin Karolin Siebert und Judith Entzeroth zum ersten Mal in der Freiluftsaison aufeinander. Während sich Karolin Siebert in den letzten Wochen aus unterschiedlichen Gründen in einem Leistungstief befand, demonstrierte Judith Entzeroth  zwei Wochen vorher bei den süddeutschen Meisterschaften in Wetzlar über 200 Meter, dass sie ihre Verletzungsprobleme gut überwunden hatte. Leider fehlte in diesem Finale mit Marie Wagner die augenblicklich stärkste Läuferin des hessischen Leichathletik-Verbandes auf dieser Strecke. Die Jugendliche aus Gensungen, die im 400m-Finale bei den süddeutschen Meistershaften mit 60,03 Sekunden imponierte, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht starten.

Karolin Siebert legte vom Start weg ein hohes Anfangstempo vor und hatte nach der Hälfte der Strecke Judith Entzeroth eingeholt. Im Scheitelpunkt der zweiten Kurve hatte sie sogar einen Vorsprung von mehr als fünf Meter herausgelaufen und bog als Erste auf die Zielgerade ein. Dort aber schaltete der schnelle Teenager aus Spangenberg den Turbo ein und lief scheinbar mühelos an der hessischen Jugendmeisterin vorbei. Als Siegerin mit 60,0 Sekunden verpasste sie diese Schallmauer zu durchbrechen nur um einen Wimpernschlag. Bei Karolin Siebert, nach 60,7 Sekunden das Ziel erreichte, konnte man wieder einen Aufwärtstrend erkennen, zumal sie eine Stunde vorher im Sprint über 100 Meter mit 13,4 Sekunden nur knapp hinter Judith Entzeroth und Margarete Puhl – beide 13,3 Sekunden – den dritten Platz belegt hatte.

Der an diesem Tag vielbeschäftigte Henri Alter sorgte beim abschließenden Diskuswerfen der U18 hinter dem Sieger Marco Laubach für eine weitere gute Leistung. Der vierfache hessische Jugendmeister steigerte sich unmittelbar nach dem 400 Meter-Lauf, wo er sich hinter Tobias Stang den zweiten Platz gesichert hatte, auf 37,51 Meter. Mit diesem Wurf verbesserte er seine persönliche Bestweite um mehr als acht Meter und nimmt damit in der aktuellen HLV-Bestenliste Rang neun ein. (ajw)

 



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