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BI fordert mehr ländliche Mobilität

Homberg (Efze). Die Bürgerinitiative »Rettet die Kanonenbahn in Nordhessen« fordert eine Verbesserung der Mobilitätsangebote im ländlichen Raum. In der Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Homberg (Efze) und Treysa sieht sie einen wichtigen Baustein für die Zukunft der Region.

Die Wiederöffnung der stillgelegten Kanonenbahn könnte nach Ansicht von Prof. Dr. Herbert Wassmann die Mobilität auf dem Lande entscheidend verbessern. Foto: N.N. | BI Kanonenbahn

Die Wiederöffnung der stillgelegten Kanonenbahn könnte nach Ansicht von Prof. Dr. Herbert Wassmann die Mobilität auf dem Lande entscheidend verbessern. Foto: N.N. | BI Kanonenbahn

Vorsitzender Prof. Dr. Herbert Wassmann verweist dabei auf die besonderen Herausforderungen für Menschen im Schwalm-Eder-Kreis und die Bedeutung eines leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehrs.

Jahrzehntelange Diskussion

Die Diskussion über eine Wiederbelebung der ehemaligen Kanonenbahn reicht bis in das Jahr 1989 zurück. Damals hatte der frühere Melsunger Bürgermeister Dr. Ehrhardt Appell angesichts des zunehmenden Besucherverkehrs aus der damaligen DDR eine zusätzliche Bahnverbindung zwischen Hessen und Thüringen angeregt.

Prof. Dr. Herbert Wassmann will die nordhessische Kanonenbahn retten. -Foto: privat

Prof. Dr. Herbert Wassmann will die nordhessische Kanonenbahn retten. Foto: privat

Der Sondheimer Eisenbahnfreund Otto Stiebeling griff die Idee 1998 erneut auf. Während des Hessentags 2008 in Homberg wurde das Thema erstmals breiter öffentlich diskutiert. Der damalige Landesvorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Udo Messer, machte damals darauf aufmerksam, dass Homberg die einzige Kreisstadt in Hessen ohne Schienenanschluss sei.

Im Jahr 2020 gründete sich schließlich die Bürgerinitiative »Rettet die Kanonenbahn Nordhessen«, die sich für eine Reaktivierung der Strecke einsetzt. Zwei Jahre später beauftragte die Homberger Stadtverordnetenversammlung den Magistrat, Gespräche über eine Machbarkeitsstudie zur Wiederinbetriebnahme der Strecke Homberg–Treysa zu führen.

Homberg ohne Bahnanschluss

Der Schwalm-Eder-Kreis zählt flächenmäßig zu den größten Landkreisen Hessens. Während Städte wie Schwalmstadt, Melsungen oder Fritzlar weiterhin an das Bahnnetz angebunden sind, verfügt die Kreisstadt Homberg seit mehr als 20 Jahren über keinen aktiven Bahnanschluss mehr.

Nach einer Ende 2024 vorgestellten Potenzialanalyse des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) könnten täglich rund 670 Fahrgäste die Strecke zwischen Homberg und Treysa nutzen.

Mobilität als Zukunftsfrage

Nach Ansicht der Bürgerinitiative ist eine verlässliche Mobilität entscheidend für die Zukunft ländlicher Regionen. Menschen müssten Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen oder Freizeiteinrichtungen auch ohne eigenes Auto sicher und zuverlässig erreichen können.

Prof. Dr. Herbert Wassmann verweist darauf, dass die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken nicht nur die Mobilität verbessere, sondern auch die Attraktivität von Regionen als Wohn- und Wirtschaftsstandort erhöhe. Gleichzeitig könne eine stärkere Nutzung der Bahn einen Beitrag zur Mobilitätswende und zum Klimaschutz leisten.

Kombination verschiedener Verkehrsmittel

Nach Vorstellungen der Initiative soll die Bahn künftig stärker mit anderen Verkehrsangeboten verknüpft werden. Dazu zählen unter anderem Fahrradmitnahme, zusätzliche Haltepunkte, Kleinbusse sowie sogenannte On-Demand-Verkehre als Anschlusslösungen.

Die Bürgerinitiative sieht darin eine Chance, insbesondere das Homberger Hochland besser anzubinden und die Lebensqualität im ländlichen Raum langfristig zu stärken.

Prof. Dr. Herbert Wassmann
BI Rettet die Kanonenbahn in Nordhessen e.V.
red


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